Die USA prüfen informierten Kreisen zufolge, wie sie die Abdeckung der Einlagensicherung durch die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) vorübergehend auf alle Einlagen ausweiten können. Der Schritt wurde von einer Koalition von Banken gefordert, die ihn für nötig halten, um eine mögliche Finanzkrise abzuwenden.

Mitarbeitende des Finanzministeriums untersuchen dem Vernehmen nach, ob die Bundesregulierungsbehörden über genügend Notfallbefugnisse verfügen, um vorübergehend Einlagen zu versichern, die die derzeitige Obergrenze von 250'000 Dollar auf den meisten Konten überschreiten. Damit wären sie nicht auf die formelle Zustimmung des tief gespaltenen Kongresses angewiesen, berichten mit der Erörterungen vertraute Personen.

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Für notwendig werde ein solcher Schritt von den Behörden nicht erachtet, hiess es – zumal die Aufsicht in diesem Monat Monat Schritte unternommen habe, um den Banken zu helfen, mit allen Auszahlungsforderungen Schritt zu halten. Dennoch werde aus Sorgfalt eine Strategie für den Fall entwickelt, dass sich die Situation verschlechtert.

Besorgnis in Washington bleibt gross

«Wir werden die uns zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um die Kommunalbanken zu unterstützen», sagte der Sprecher des Weissen Hauses, Michael Kikukawa, ohne direkt darauf einzugehen, ob die Massnahme geprüft wird. «Seit unsere Regierung und die Aufsichtsbehörden am vergangenen Wochenende entschlossen gehandelt haben, haben sich die Einlagen bei regionalen Banken im ganzen Land stabilisiert, und in einigen Fällen haben sich die Abflüsse leicht umgekehrt.»

Dennoch zeigen die Überlegungen hinter den Kulissen, dass es in den Washingtoner Korridoren der Macht Besorgnis gibt. Mittelgrosse Banken fordern ein breiteres Eingreifen der Regierung, nachdem in diesem Monat drei Institute zusammengebrochen sind, als nicht versicherte Einleger ihr Geld abzogen. Eine viertes Bank kämpft noch gegen ein ähnliches Schicksal. Während die US-Grossbanken versuchen, die Finanzen der First Republic Bank zu stützen, fiel die Aktie des Instituts am Montag um weitere 47 Prozent.

Zur Ausweitung der Einlagensicherung wird den informierten Kreisen zufolge diskutiert, die Befugnis des Finanzministeriums für Notmassnahmen zu nutzen und sich auf den Währungsstabilisierungsfonds («Exchange Stabilization Fund») zu stützen, so die Personen.

Dieser wird normalerweise zum Kauf oder Verkauf von Devisen und zur Finanzierung ausländischer Regierungen verwendet. In den letzten Jahren wurde der in den 1930er Jahren geschaffene Fonds von der US-Notenbank als Rückhalt für Notfallkredite genutzt. Es ist der einzige Fonds, der unter der vollen Autorität der Finanzministerin steht. Andere Möglichkeiten dagegen fallen in die Zuständigkeit des Kongresses.

«Dank der entschlossenen Massnahmen der letzten Zeit hat sich die Lage stabilisiert, die Einlagenströme verbessern sich und die Amerikaner können auf die Sicherheit ihrer Einlagen vertrauen», so eine Sprecherin des Finanzministeriums in einer Erklärung. Vertreter der FDIC und der Fed lehnten Stellungnahmen ab.

(Bloomberg/mth)