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Richterspruch
Weltweit gibt es mehr Hinrichtungen

Gerichtsprozess in China: Auch 2013 wurden wohl wieder Tausende hingerichtet.  Keystone

Nach einem Bericht von Amnesty International ist die Zahl der Hinrichtungen im vergangenen Jahr stark gestiegen. Vor allem im Iran und im Irak wurden weit mehr Menschen hingerichtet als im Vorjahr.

Veröffentlicht am 27.03.2014

Die Zahl der Hinrichtungen weltweit ist im vergangenen Jahr nach einem Bericht der Organisation Amnesty International deutlich angestiegen. Am häufigsten werde die Todesstrafe weiter in China vollstreckt, wo vermutlich auch 2013 wieder Tausende Gefangene getötet worden seien, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag.

In den übrigen Staaten zusammen seien mindestens 778 Menschen hingerichtet worden, 96 mehr als im Vorjahr. Verantwortlich für den Anstieg seien vor allem der Iran, wo mindestens 369 mal die Todesstrafe vollstreckt worden sei, und der Irak mit mindestens 169 Fällen. Die USA exekutierten dem Bericht zufolge 39 Menschen. In den meisten Regionen der Welt gehören Hinrichtungen dagegen der Vergangenheit an: 140 Staaten haben die Todesstrafe inzwischen im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.

Sehr hohe Dunkelziffer wegen China und Iran

«Dass die Masse der Hinrichtungen auf das Konto einiger weniger Staaten geht, ist bestürzend und beschämend», kritisierte der Amnesty-Vorsitzende in Deutschland, Oliver Hendrich. «Außerhalb Chinas finden fast 80 Prozent der Hinrichtungen in nur drei Ländern statt: Iran, Irak und Saudi-Arabien». Besonders schockierend sei, dass drei der mindestens 79 Hingerichteten in Saudi-Arabien minderjährig gewesen seien. Für China veröffentlicht die Organisation nach eigenen Angaben seit 2009 keine konkreten Zahlen mehr, da das Land Angaben zur Todesstrafe wie ein Staatsgeheimnis behandle.

Auch im Iran sei davon auszugehen, dass es dort Hunderte offiziell nicht bestätigter Exekutionen gegeben habe. «Iran hält wie so manches Land Zahlen über Todesurteile und Hinrichtungen geheim, außerdem entsprechen die Gerichtsverfahren oft nicht internationalen Standards», sagte Hendrich. Im Irak sei die große Mehrheit der Todesurteile auf der Basis vager Anti-Terror-Gesetze ergangen.

Lichtblicke im Kampf gegen die Todesstrafe

Amnesty verzeichnet allerdings auch Fortschritte im Kampf gegen die Todesstrafe. Aus ganz Europa und Zentralasien seien erstmals seit 2009 keine Hinrichtungen gemeldet worden, erklärte die Organisation. In den USA habe Maryland als 18. Bundesstaat die Todesstrafe abgeschafft. Und viele Länder, die noch 2012 Gefangene hingerichtet hätten, hätten 2013 keine Todesurteile vollstreckt - darunter Gambia, die Vereinigten Arabischen Emirate und Pakistan.

(reuters/gku)

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