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Facebook-Skandal
Versicherer bleiben gelassen

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Versicherer bleiben trotz Datenschutz-Skandal bei Facebook gelassen.Quelle: Pixabay

Der jüngste Skandal um Facebook lässt Schweizer Versicherer vorerst nicht von ihrer Social-Media-Strategie abweichen.

Von Matthias Niklowitz
am 28.03.2018

Für Versicherungen ist Facebook ein Kanal für die Kommunikation mit den Kunden. Die Kehrseite der Medaille: Viele Daten wandern in Bereiche, die aus Sicht einer Versicherung nicht weiterverfolgt werden können. Es lässt sich dann auch nicht mehr überblicken, wer sie am Ende des Tages für welche Zwecke nutzt. Werden Versicherer in der Schweiz nach dem Datenvorfall ihre Facebook-Strategien überdenken? «Schweizer Versicherung» hat zu dieser Frage ein halbes Dutzend grössere Anbieter angefragt – und es zeichnet sich ab, dass vorerst keine Kursänderungen geplant sind. «Wir sind die Situation derzeit noch am Prüfen, ein Entscheid in Bezug auf unsere Facebook-Strategie ist noch nicht gefallen», heisst es von Axa aus Winterthur. «Wir haben bis dato keine Änderungen an unserer Social-Media-Strategie vorgenommen, beobachten die aktuellen Entwicklungen aber eng und behalten uns allfällige Massnahmen vor», sagt auch eine Swiss Life-Sprecherin. «Das Thema wurde von den verantwortlichen Abteilungen geprüft. Wir werden vorerst keine Änderungen vornehmen, verfolgen das Geschehen aber aufmerksam», sagt Nicole Schmidt von der Baloise. «Im Rahmen von Marktbearbeitungs-Kampagnen sehen wir aktuell keine Bedenken, da wir a) keine persönlichen Daten sammeln, b) klare Werbe-Botschaften ausspielen und c) beim Re-Targeting User schon vorher von der Basler bzw. der Kampagne gehört und sie gesehen haben. Falls sich die Lage in den nächsten Wochen/Monaten verschärfen sollte, dann werden wir einen Bewerbungsstopp auf Facebook konkretisieren.» «Aktuell ist Facebook für Helvetia unverändert ein wichtiger Kommunikationskanal. Helvetia nimmt aber den Datenschutz sehr ernst und verfolgt daher die Entwicklung eng», heisst es auch von der zweiten grossen Versicherung aus Basel.
Auch noch nicht reagiert haben Versicherungen in den angelsächsischen Ländern. Dort dominiert weiterhin eher das Thema «So generieren Sie als Broker interessante Leads mit Facebook.» Und ebenfalls noch offen ist eine weitere Frage: Würde der Facebook-Cambridge-Analytica-Skandal von einer der vielen neu auf den Markt gekommenen Cyber-Policen in den USA und/oder in Grossbritannien abgedeckt? Wenn ja – auf welcher Seite? In den USA sind die ersten Klagen formuliert worden.