Daniela Gehrig ist heute Product und Sales Manager Pharma und Personal Care bei Impag, einem Distributionsunternehmen für Rohstoffe im Bereich Life Sciences und Material Science. Ursprünglich arbeitete die Chemielaborantin im Labor, danach in der Qualitätssicherung, in der sie unter anderemauch IT-Systeme betreute. Als eine Stelle im Einkauf frei wurde, fand sie dies äusserst spannend. «Aber mein Knowhow reichte noch nicht», erinnert sie sich. Sie hatte zwar gutes Produkte Knowhow, aber betriebswirtschaftliche Kenntnisse, LieferantenBeurteilungen, der Umgang in Verhandlungen, wie Einkaufsprojekte zu organisieren sind – all das fehlte ihr. Ihr damaliger Chef hatte die Ausbildung von Procure Swiss absolviert und sei sehr begeistert gewesen. Anders als im fragmentierten Ausbildungsmarkt im Verkauf hatte Procure Swiss eine sehr starke Position auf dem Markt. Um bei ihren Bewerbungen hervorzustechen, wollte sie diese Ausbildung unbedingt haben: «Sie hatte für mich wirklich einen Wert», so Gehrig. Neben dieser Ausbildung hätte es einen Lehrgang an der Universität St. Gallen gegeben. Aber sie wollte einen anerkannten Abschluss mit eidgenössischem Diplom. Deshalb fiel ihr die Wahl leicht. Zwar sei viel Selbststudium nötig gewesen. Dies kam ihr mit ihrem 100-Prozent-Pensum aber entgegen. «Man konnte lernen wo, wie und wann man wollte. Meist in Lerngruppen.» Das brauchte viel Selbstdisziplin – aber da der Zugriff zu Experten immer da war, ging es gut. Für sie sei es eine sehr spannende Zeit gewesen, sich selbst in so einem Lernprozess zu organisieren. «Es liegt an einem selbst, sich auf Prüfungsniveau zu bringen.» Als Procure.ch 2011 erstmals die EinkaufsleiterAusbildung anbot, war für Gehrig klar, dass sie auch diesen Lehrgang besuchen wollte. «Bei meiner damaligen Tätigkeit als Einkaufsleiterin konnte ich auch hier wieder von diversen Lerninhalten profitieren.» Als diplomierte Einkäuferin wurde ihr damals eine Upgrade-Ausbildung ermöglicht. Obwohl diese nur sechs Monate dauerte, hiess es erneut, sich zu organisieren und sich neben den Blockkursen selbstständig auf die Prüfung vorzubereiten. Nachdem sie 2011 den eidg. dipl. Einkaufsleiterinnen-Kurs nachgeholt hatte, entschied sie sich nach drei weiteren Jahren auch, die Seite zu wechseln und bei einem Lieferanten, den sie bereits vorher gekannt hatte, als Product and Sales Manager einzusteigen. Der Wechsel hatte verschiedene Gründe. «Vor allemwollte ich meinen Horizont erweitern – die andere Seite des Jobs sehen», so Gehrig. Ihre Ausbildungen und Erfahrungen im Bereich Beschaffung kamen ihr beim Wechsel zugute – und halfen ihr auch danach im Job sehr viel. «Ich kenne die Bedürfnisse des Einkäufers, wie er gewisse Dinge beurteilt. Das hilft mir jetzt bei der optimalen Betreuung eines Kunden.» Heute konzentriert sie sich weniger auf Einkaufstätigkeiten, sondern darauf, Rohstoffe zu verkaufen und spezielle Rohstoffe, die aktuell nicht im Portfolio sind, zu sourcen. Kurzum: «Wie finde ich ein Produk, das man im Normalfall nicht findet?»

 

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Globalisierung verändert die Branche

Wenn sie einen Kunden betreut, der einen exotischen Rohstoff sucht – wie etwa Farbpigmente, da der bisherige Hersteller seine Produktion stoppte – dann kommt Gehrig ins Spiel. Erfolgsstorys in dieser Konstellation gehen nach einigen Jahren so, dass sie nach dem erfolgreichen, mehrmaligen Sourcing eines Produkts sogar den Hersteller in der Schweiz vertritt. Mit dieser Dienstleistung bietet sie dem Kunden einen klaren Mehrwert. Mitgenommen von ihren Ausbildungen hat sie weiter eine umfassende Betrachtungsweise, was Beschaffung alles beinhaltet. Auch ein gutes Netzwerk kam dazu. «Wenn man irgendwo nicht weiterkommt, kann ich auch heute noch darauf zurückgreifen und einfach einen anderen Einkäufer anrufen.» Gerade für ihre Expertentätigkeit für den Verband gilt es, stetig am Ball bleiben, denn das Umfeld in der Beschaffung ändert sich permanent – insbesondere durch die Globalisierung. Ein Beispiel: Im Jahr 2000 konnte man chemische Rohstoffe aus China nur über Handelsfirmen nach Europa importieren. Heute haben viele chinesische Firmen Exportlizenzen.Und durch die Digitalisierung und die Entwicklung im IT-Bereich ist es für Einkäufer und Einkäuferinnen wie Gehrig viel einfacher geworden. «Man kann auch einmal eine Erstbeurteilung von der Schweiz aus machen.» Der Markt ist aber auch schnelllebiger geworden. 

Rolle des Einkäufers wandelt sich

«Waren wir früher vor allem als diejenigen bekannt, die Preise drückten, kauft man über uns heute vielmehr eine umfassende Dienstleistung ein – inklusive Lagerhaltung, Qualitätsdokumentationen und mehr.» Da hat sich viel verändert. «Auch in den Firmen hat sich die Wertschätzung der Beschaffung verändert, da sie einen sehr direkten Einfluss auf das Betriebsergebnis hat.» Im Einkauf sieht sie sich als Drehscheibe zwischen Produktplanung, Entwicklung und Produktion und nicht als Konkurrentin der Qualitätskontrolleure und Entwickler. Als jemanden, der eine Dienstleistung liefert. Und dies versucht sie so gut wie möglich zu machen. «Das Bild der Einkäufer hat sich definitiv geändert.» Sie sind ist sich bewusst, dass es um ein Gesamtpaket geht, bei dem die bestmöglichen Konditionen und Savings natürlich auch immer ein Thema sind. Welchen Ratschlag würde Gehrig ihren Kollegen geben? Was Procure ihrer Meinung nach sehr gut mache, sei, dass man während der Ausbildung im Verband Mitglied ist. Dies bringe einen an verschiedene Weiterbildungsanlässe «Procure bietet nicht nur eine Grundausbildung, sondern man kann sich laufend weiterbilden in Themen wie Global Sourcing, Verhandlungsführung und vielem mehr.»

Daniea Gehrig

«Die Ausbildung bei Procure hat für mich wirklich einen Wert.» Daniela Gehrig Product und Sales Manager, Impag

Quelle: Daniea Gehrig