Wie ging es Ihnen heute Morgen, als Sie an Ihre Arbeit dachten. Huschte da ein Lächeln über Ihr Gesicht und Sie sprangen energiegeladen aus den Federn oder gab es da eher ein flaues Gefühl im Magen in Kombination mit akuter Lustlosigkeit? Wenn Ersteres der Fall war, dann arbeiten Sie sehr wahrscheinlich bei einer der Firmen, die in unserem Ranking der Besten Arbeitgeber 2026 besonders gut abgeschnitten haben. Bereits zum achten Mal hat die Handelszeitung zusammen mit PME und Statista in einer umfangreichen Onlinebefragung die 250 beliebtesten Unternehmen der Schweiz gekürt.
Employer Branding als strategische Aufgabe
Ganz oben steht ein Schweizer Traditionsunternehmen, dessen gleichnamiges Erfrischungstränk zu den bekanntesten und beliebtesten Marken der Schweiz zählt: Rivella ist offiziell «Bester Arbeitgeber 2026». Und das ist kein Zufall, sondern das Resultat einer jahrelangen, strategischen Arbeit. «Wir haben das Thema Arbeitgeberattraktivität nicht aus einer Not heraus angepackt, sondern proaktiv», sagt der langjährige HR-Chef Markus Krienbühl.
Vor rund zehn Jahren habe sich Rivella gefragt, wie man als Arbeitgeber wahrgenommen werde. Damals zeigte eine Marktstudie ein paradoxes Bild: Während Rivella als Produktmarke eine sogenannte Love Brand war, tauchte das Unternehmen bei Studierenden und Absolventen kaum als potenzieller Arbeitgeber auf. Systematisch wurde die Wende eingeleitet, dazu gehört auch, dass der Bereich Human Resources mit Krienbühl einen Sitz in der Geschäftsleitung erhielt. Employer Branding wurde zu einem strategischen Führungs- und Kulturthema. «Employer Branding ist kein Projekt mit Start und Ende», sagt der Co-CEO Silvan Brauen. «Es ist eine permanente Aufgabe – und inzwischen wichtiger Teil unserer unternehmerischen Strategie.»
Die Erfolgsgeschichte von Rivella zeigt, dass Unternehmen innerhalb weniger Jahre Ihre Attraktivität als Arbeitgeber verbessern können. Das sollte vielen Unternehmen Mut machen.
Uhren raus, Soziales rein
Gibt es eventuell ein Muster, das sich bei den beliebten Unternehmen abzeichnet? Was auffällt: Gute Arbeitgeber zeichnen sich heute nicht allein durch Lohn und Benefits aus, sondern durch eine Kultur, in der man gerade in anspruchsvollen Zeiten gerne arbeitet. Wenn wie aktuell der wirtschaftliche Gegenwind zunimmt, zeigt sich der wahre Wert von Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden ernst nehmen, fördern – und ihnen das Gefühl geben, Teil von etwas Sinnvollem zu sein.
Insbesondere die Sinnhaftigkeit scheint im Trend zu liegen: Dieses Jahr haben es zwei Unternehmen auf Plätze ganz oben geschafft, die aus dem Bereich Gesundheit und Soziales stammen: Die Schweizer Paraplegiker Stiftung (5. Platz) und die Stiftung Bühl (Platz 9). Beide sind nicht für hohe Gehälter bekannt, sondern für eine Tätigkeit, die Menschen mit geistigen und körperlichen Herausforderungen zugute kommt.
Was noch auffällt: Die sonst immer unter den ersten zehn Plätzen vertretene Uhrenbranche ist aus den vorderen Plätzen herausgerutscht. Als erste Uhrenmarke landet Rolex auf Platz 23. Im Vorjahr grüsste das Love Brand noch von Platz acht. Die schwierigen Zeiten in der Uhrenbranche mit starkem Franken, US-Zöllen und kriselndem China-Markt scheinen ihre Spuren zu hinterlassen.
Solide Versicherungen
Ein Abonnement in den Top Ten scheinen die beiden Versicherungsunternehmen Mobiliar (Platz 2) und Zurich (Platz 3) zu haben. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Welt der Assekuranz generiert eine ähnlich hohe Wertschöpfung wie die Bankenwelt, fällt aber nicht durch Rettungsaktionen oder Boni-Exzesse auf. Gleichzeitig scheint die Branche krisenresistent und gilt durchaus als innovativ und digital orientiert.
Doch nicht nur die Versicherungsbranche überzeugt. Regelmässig im Ranking vorzufinden sind sowohl bekannte Familienunternehmen wie Hilti (Platz 4), Zweifel (Platz 7) und AS Aufzüge/Schindler (Platz 8) sowie auch grosse internationale Konzerne wie Unilever (Platz 5) und Microsoft (Platz 10).
Wer als einer der 250 besten Arbeitgeber der Schweiz gilt, macht vieles richtig und hat eine reife Leistung erbracht. Denn der Pool der Firmen, die untersucht werden, ist gross. Das vorliegende und jährlich aktualisierte Ranking basiert auf einer Umfrage unter 15'000 Schweizer Arbeitnehmenden, durchgeführt via Aufrufe der Handelszeitung und PME sowie verschiedene Onlinepanels.
Mehr als 1800 Arbeitgeber mit mindestens 200 Mitarbeitenden in der Schweiz wurden aus Vorjahresdaten und umfangreichen Recherchen in 19 Branchen identifiziert. Die Bewertungen wurden zwischen Mai und Juli 2025 gesammelt und umfassten über 200'000 Beurteilungen, die in die Rangliste einflossen.

