Chinas Industrietätigkeit ist im Oktober so schnell gewachsen wie seit vier Monaten nicht mehr. Dies wurde durch eine stärkere Nachfrage begünstigt, doch Energieengpässe und steigende Kosten belasteten die Produktion, wie eine Unternehmensumfrage am Montag ergab.

Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) stieg im Oktober auf 50,6 - den höchsten Stand seit Juni. Von Reuters befragte Analysten hatten erwartet, dass der Index gegenüber September unverändert bei 50,0 liegen würde. Die 50er-Marke trennt auf monatlicher Basis zwischen Wachstum und Schrumpfung.

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Industrie bleibt unter Druck

«Das verarbeitende Gewerbe hat sich im Oktober gegenüber dem Vormonat leicht erholt. Der Abwärtsdruck auf das Wirtschaftswachstum hielt jedoch an», sagt Wang Zhe, Senior Economist bei der Caixin Insight Group. Versorgungsengpässe, steigende Rohstoffpreise und Stromversorgungsprobleme hätten zu starken Einschränkungen bei den Herstellern geführt und unterbrachen die Lieferketten.

Die Caixin-Umfrage, die sich auf kleinere, exportorientierte Unternehmen in den Küstenregionen konzentriert, zeigte einen Anstieg der Inlandsnachfrage. Doch die Auslandsnachfrage blieb schleppend, da die Pandemie in vielen Ländern weiter wütet. Der Teilindex für Auftragseingänge stieg von 50,8 im September auf 51,4, während die neuen Exportaufträge den dritten Monat in Folge zurückgingen.

Laut einer Reuters-Umfrage wird sich das Wirtschaftswachstum in China von einem erwarteten Wachstum von 8,2 Prozent in diesem Jahr auf 5,5 Prozent im Jahr 2022 abschwächen. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2021 wuchs die Wirtschaft um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

(awp/gku)