Die Coca-Cola Hellenic Bottling Company (CCHBC) Schweiz mit Sitz in Steinhausen bei Zug sowie Standorten in Dietlikon und Vals ist mit rund 700 Beschäftigten ein strategischer Abfüllpartner der Coca-Cola Company. Die HBC-Gruppe ist in 28 Ländern und neben Griechenland und der Schweiz sowie weiteren europäischen Ländern vorwiegend auf dem Balkan, in Zentralund Osteuropa sowie Nigeria präsent. Mit einem Gruppenumsatz von über 7 Milliarden Euro ist der Getränkehersteller ein Schwergewicht der Nahrungsmittelindustrie. Und mit vielen Risiken konfrontiert.

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Um sie im Griff zu haben, dominierten bis anhin die klassischen Instrumente wie Risikobeurteilung und -behandlung mit vierteljährlichen Reportings. Das genügte Gruppen-Risikomanager Gerold Knight jedoch nicht mehr, um in einem immer komplexeren Umfeld erfolgreich zu bestehen.

Ein Aspekt ist, Beschäftigte zu motivieren, bewusst etwas zu riskieren.

 

Mit seinem Team entwickelte er daher ein «Smart Risk Programme», für das er Ende vergangenen Jahres die Auszeichnung «European Excellence in Risk Management» für das Segment «Emerging Risk Initiative» erhalten hat. Mit den jährlich verliehenen European Excellence in Risk Management Awards zeichnet die europäische Vereinigung für Risikomanagement Ferma (Federation of European Risk Management Associations) herausragende Arbeiten aus.

In die DNS eingeflossen

Das Smart Risk Programme hat die Wahrnehmung bei Coca-Cola HBC verändert bezüglich Handhabung von Risiken, Verbesserung der Zusammenarbeit und Integration des Risikomanagements im Unternehmen. Das Programm sei gewissermassen in die DNS der Gruppe eingeflossen, so Gerold Knight. Dazu wurde das bisherige Risikomanagementsystem rundum erneuert und unter anderem auch auf das HR ausgedehnt.

«Damit wurde eine neue Stufe im Risikomanagement erreicht», sagt Knight. «Heute können wir mit Situationen konfrontiert werden, die sich rasch entwickeln. Mit dem neuen Programm stellen wir uns auf ein neues dynamisches Umfeld ein, indem wir künftige Risiken, die noch nicht auf unserem Radar sind, früher erkennen und geeignete Massnahmen vorbereiten können. Damit können wir aktiver als bisher agieren.» Ein weiterer bedeutender Aspekt ist, die Beschäftigten zu motivieren, Risiken im Prozess bewusst einzugehen, «denn wir wollen Innovationen generieren und wachsen, und das geht eben nicht ohne ein gewisses Mass an Risikoappetit», erzählt Gerold Knight, der inzwischen als Chief Risk Officer für Coca-Cola in Japan tätig ist. Das Smart Risk Programme gebe den Beschäftigten und den Verantwortlichen auf allen Stufen Leitplanken für eine neue Denkweise. Und die Aufforderung: Gehe Risiken ein, sei auf Fehlschläge vorbereitet – und mach das auf eine smarte Art.

Zwei Schlüsselelemente

Neu findet das Reporting jeden Monat statt. Die Abläufe und damit die Routine musste zuerst etabliert werden; vor allem bei den «Risiko-Sponsoren» auf Kaderstufe. Dies, indem der Risikodialog bis in die Diskussionen über die Strategie einfliessen. Das führt nun dazu, dass sich gewissermassen Stresstests zu verschiedenen Situationen durchführen lassen. Die Erkenntnisse daraus fliessen dann wiede rum in die Prozesse zur Entscheidungsfindung ein. Beim zweiten Kernelement handelt es sich um die Schulung. Smart Risk Taking steht hier im Vordergrund sowie die Ins trumente zur Begleitung wie Risikoiden tifikation, -analyse, -bewertung, -klassifikation sowie die Risikobehandlung mit den Prozessschritten und möglichen Massnahmen.

Der European Excellence in Risk Management Award für Coca-Cola Hellenic Bottling Company Schweiz sorgt im Rahmen von Best Practice für grosse Beachtung bei anderen Unternehmen und auch bei der Versicherungsbranche. Daran will Steve Hather anknüpfen, der neue Group Chief Risk Officer von CCHBC, der die Nachfolge von Gerold Knight angetreten hat. Hather verfügt über mehr als dreissig Jahre Erfahrung im Risiko- und Krisenmanagement, darunter fast zehn Jahre bei der Coca-Cola Company, wo er das globale «Incident Management and Crisis Resolution»-Programm entwickelte und so mit dem Ansatz des Coca-Cola-Systems sehr vertraut ist.