Mit der Einigung will die E-Zigarettenfirma Juul Untersuchungen in ihre Geschäfts- und Werbepraktiken beilegen. Ihr war vorgeworfen worden, ihre Produkte verstärkt an jüngere Kunden zu vermarkten.

Die Vereinbarung hat zur Folge, dass Juul eine Reihe von «strengen Unterlassungsauflagen erfüllen» muss, die «ihre Marketing- und Verkaufspraktiken stark einschränken», teilte der Generalstaatsanwalt von Connecticut, William Tong, am Dienstag in Hartford mit. Er hatte bei den Vergleichsverhandlungen ein Bündnis von insgesamt 33 US-Bundesstaaten und Puerto Rico angeführt. «Juul hat seine Werbekampagnen zynisch so kalkuliert, dass sie eine neue Generation von Nikotin-Abhängigen verursachten», sagte Tong.

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Juul hatte mit seinen neuartigen aromatisierten E-Zigaretten, die wie USB-Sticks aussehen, zeitweise reissenden Absatz gefunden. Doch dann geriet das Start-up aus San Francisco wegen seiner Werbekampagnen und offensiven Vermarktung der Produkte an jüngere Zielgruppen stark in die Kritik und ins Visier von Aufsichts- und Justizbehörden.

Juul erklärte in einer Stellungnahme, dass es bei dem nun vereinbarten Vergleich um «Angelegenheiten der Vergangenheit» gehe. Die Firma habe sich und ihre Geschäftspraktiken bereits 2019 ganz neu aufgestellt.

Insgesamt hat Juul in den USA jetzt nach eigenen Angaben Verfahren von 37 Bundesstaaten und Puerto Rico beigelegt. Der jüngste Vergleich verbietet der Firma unter anderem Marketing, das sich an unter 35-Jährige richtet.

Die Krise von Juul belastet auch den Marlboro-Hersteller Altria. Er war im Dezember 2018 für 12,8 Milliarden Dollar mit 35 Prozent bei Juul eingestiegen. Inzwischen ist die Beteiligung fast komplett abgeschrieben.

(Bloomberg/Ink)