Jetzt oder nie – das scheint die Devise der Schweizer Auktionsplattform Shack zu sein. Erst vor wenigen Monaten expandierte Gründer Julius Ilg nach Österreich und Deutschland. Jetzt will der ehemalige Ricardo-Kadermann mit der App, die es erst seit neun Monaten gibt, Amerika erobern.

Pünktlich zum Valentinstag am 14. Februar wird sie im App-Store für Nordamerika freigeschaltet. Der Schritt über den Atlantik ist schon seit längerem geplant. «Die ganze App ist für den amerikanischen Markt entwickelt worden», sagt Ilg zur Handelszeitung. Sie nutzt die In-App-Währung Shack Coin sowie die Blockchain-Technologie und hat ein Hai-Maskottchen in College-Football-Optik.

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Im deutschsprachigen Raum verzeichnet die iOS-App rund 100’000 Installationen und 30’000 vollständig verifizierte Nutzer – solche, die ihr Konto mit ihrer Apple-ID verbunden haben. Nach drei Monaten übersteigen die Downloads in Deutschland bereits jene in der Schweiz. Eine Android-Version gibt es bisher nicht, da ein Google-Account nicht die gleiche Einzigartigkeit wie die Apple ID aufweise.

Eine Viertelmillion-Dollar-Spritze

Zur gleichen Zeit wie der Expansion nach Deutschland gab es eine Finanzspritze: Ilg und sein Team erhielten 250’000 Dollar von zwei Business-Angels. Für den US-Markt hätten bereits weitere Investoren Interesse bekundet, so Ilg.

Der Schritt nach Amerika ist mutig. Der Markt verfügt über 400 Millionen mögliche Kundinnen und Kunden und ist daher hart umkämpft. Die Zahlen der in den USA dominierenden Secondhandplattformen erreichen schwindelerregende Höhen.

Der US-Markt ist hart umkämpft

Shack muss sich dort vor allem gegen Branchenprimus Craigslist behaupten, ein Kleinanzeigenportal mit monatlich rund 105 Millionen Nutzerinnen und Nutzern. Aber auch Konkurrenten wie Etsy mit weltweit 89,6 Millionen aktiven Käuferinnen und Käufern sowie Ebay (134 Millionen), deuten auf einen gesättigten Markt hin.

Ilg gibt sich optimistisch. Seine App verfüge dank künstlicher Intelligenz über wettbewerbsfähige Funktionen, die er ohne Mitarbeitende am Laufen halten kann. «Die bisherigen Monopolisten sind eingeschlafen in der Technologie und Infrastruktur», sagt er. Ob es auch die Kundinnen und Kunden sind, wird sich zeigen.