So sieht Zukunft aus, wenn sie erfahrbar wird: mit wasserstoffbetriebenen Velos, Elektroscootern und Dreirädern der Genfer Firma Stor-H durch den Stadtverkehr zur Arbeit oder für Ausflüge aufs Land. Auf die Vehikel wird eine wasserstoffbefüllte, recycelbare Kartusche für den Antrieb eines Elektromotors gesteckt – und schon kann es losgehen.

«Unsere Technologie haben wir zusammen mit zwölf weltweit tätigen Herstellern aus den Bereichen der Velo- und Automobilindustrie entwickelt», sagt Stor-H-Erfinder Stéphane Aver. Darunter sind Firmen wie Cycleurope, Peugeot, No Smoke, Mob-Ion und Gazelle. «Es ging von Anfang an um die Entwicklung eines neuen Antriebsstandards.»

Der Stor-H-­Erfinder Stéphane Aver

Stor-H-Erfinder Stéphane Aver sieht vor allem in grösseren Städten Verkaufspotential.

Quelle: ZVG
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​​​​Nach nur sieben Jahren gibt es nun die ersten Nutzerinnen und Nutzer. Mitarbeitende von Hitachi/ABB in der Schweiz sind mit den neuen Antrieben bereits unterwegs. Auf dem Hitachi-ABB-Power-Grids-Areal in Sécheron werden sowohl eine Befüllungsstation als auch ein Lager für die Wasserstoffkartuschen sowie der neue Hauptsitz von Stor-H eingerichtet.

Bis Ende Jahr ist mit der Stadt Genf der Einsatz von Wasserstoffscootern und der Rollout an weitere Firmenfuhrparks in der Schweiz geplant. Aber nicht nur hierzulande: «Noch für dieses Jahr ist die Vermarktung auch in Marokko und China geplant», sagt Aver, «sowie die Gründung eines Tochterunternehmens in China.» Eine Vereinbarung mit den Städten Quanzhou und Chengdu ist unterzeichnet. Im nächsten Jahr soll das Produkt dann überall auch direkt an Konsumenten verkauft werden.

Eine wasserstoffbefüllte Kartusche wird auf ein E-Bike gesteckt.

Die wasserstoffbefüllte Kartusche wird einfach auf ein E-Bike gesteckt.

Quelle: ZVG

Stor-H gehört zur Genfer Firma Aaqius, die neue Technologien scoutet und zur Marktreife bringt. Das Konzept für die Leichtmobilität von Stor-H hat Aver in der Romandie eingeführt. 155 Patente hält Aaqius für die H-Patronen. Hergestellt werden diese vom Genfer Luft- und Raumfahrtzulieferer Jean Gallay.

Rund 100 Kilometer weit kommt man mit einer Kartusche. Bis zu 5000 Mal kann diese geladen werden, ein Ladevorgang dauert 20 Minuten. Und das entweder an einer H-Tankstelle oder über eine Heimladestation in der Grösse einer Nespresso-Maschine, welche LNI Swissgas entwickelt hat – oder man holt sich eine Kapsel per App aus einem speziell entwickelten Automaten. «Wir bauen ein Ökosystem rund um die Speicherung von grünem Wasserstoff auf», sagt Aver, «dies zusammen mit dem Energieversorger Services Industriels de Genève (SIG).»

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