Der Industriekonzern ABB prüft verschiedene Devestitionen. Konkret stehen die drei Divisionen Turbocharging (Industrieautomation), Mechanical Power Transmission (Antriebstechnik) und Power Conversion (Elektrifizierung) zur Disposition, teilte ABB am Donnerstag im Vorfeld des Investorentags mit.

Diese Divisionen stünden für rund 1,75 Milliarden US-Dollar oder annähernd sechs Prozent des jährlichen Konzernumsatzes, so die Mitteilung weiter.

 

«Beste wertsteigernde Lösung»

In der Mitteilung wird betont, dass beim Ausstieg aus den drei Geschäftsfeldern «alle Optionen» geprüft würden. «Unser Ziel ist es, die beste wertsteigernde Lösung für ABB und die Divisionen zu finden», liess sich CEO Björn Rosengren zitieren. «Dabei werden wir uns nicht unter Zeitdruck setzen.»

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Bei den drei Divisionen handle es sich ausserdem um hochwertige Geschäfte, deren operative EBITA-Margen über dem Zielkorridor des Konzerns lägen. Im Rahmen einer Portfolioevaluation sei aber überprüft worden, inwieweit das Unternehmen der beste Eigentümer für seine Divisionen sei.

Abgesehen davon wird ABB laut der Mitteilung zum 1. Januar 2021 die Zahl der Divisionen wegen einer Aufteilung im Portfolio des Geschäftsbereichs Antriebstechnik auf 20 erhöhen. Ausserdem werde der Geschäftsbereich Industrieautomation in Prozessautomation umbenannt, so die Mitteilung weiter.

Finanzziele angepasst

Die bisherigen Finanzziele passt ABB leicht an. Dabei zeigt sich das Unternehmen mit Blick auf das Umsatzwachstum etwas bescheidener. Das Ziel für die Gewinnmarge ist unverändert, soll aber ab 2023 im oberen Bereich der genannten Zielspanne liegen.

Die Corona-Pandemie belaste zwar weiterhin den kurzfristigen Ausblick, die langfristigen Markttrends Elektrifizierung, Automatisierung, Digitalisierung und Energieeffizienz blieben aber unverändert, lässt sich der neue CEO Björn Rosengren zitieren.

Die bisherigen mittelfristigen Finanzziele ändern sich nur unwesentlich. Demnach strebt ABB ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich zwischen 3 und 5 Prozent auf vergleichbarer Basis an, bisher waren es 3 bis 6 Prozent. Rund zwei Drittel davon sollen auf vergleichbarer Basis erreicht werden und rund ein Drittel über Akquisitionen.

ABB will aus eigener Kraft wachsen

Der angestrebte Korridor für die operative EBITA-Marge liegt unverändert zwischen 13 und 16 Prozent. Ab 2023 will ABB aber im oberen Bereich der Spanne liegen. Unverändert wird eine Cash-Conversion-Rate von rund 100 Prozent angestrebt sowie eine Rendite auf dem eingesetzten Kapital (ROCE) von 15 bis 20 Prozent. Letztere soll sich dabei stetig verbessern. Ausserdem will ABB weiterhin ein über dem Umsatzwachstum liegendes Wachstum des Gewinns je Aktie (EPS) erzielen.

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Die Prioritäten von ABB bei der Kapitalallokation bleiben unverändert und umfassen die Finanzierung von organischem Wachstum, eine steigende nachhaltige Dividende je Aktie und wertsteigernde Akquisitionen, so die Mitteilung weiter.

(awp/mbü)