Am Montag soll die Credit Suisse erste Ergebnisse zur Untersuchung der Bespitzelung des ehemaligen Geschäftsleitungsmitglied Peter Goerke präsentieren. Gemäss Informationen der "Sonntagszeitung" dürfte der Bericht der Zürcher Anwaltskanzlei Homburger keine neuen unliebsamen Überraschungen bereit halten.

So sollen die Anwalte bislang kein Material gefunden haben, das weitere Beschattungen belegen würde. Ebensowenig soll die Homburger-Truppe Beweise dafür ans Licht gebracht haben, die zeigen würden, dass Bankchef Tidjane Thiam von den beiden Beschattungen wusste. Alles deute darauf hin, so der Bericht weiter, dass Verwaltungsratspräsident Urs Rohner und die Prüfer von Homburger vor zwei Monaten getäuscht wurden, bevor sie vor die Presse standen und verkündeten, die Beschattung Khans sei ein Einzelfall, übertrieben und entspreche nicht den Werten der Bank.

Als Fazit zeichne sich laut Insidern Folgendes ab: Thiam bleibe auch für die nächsten Jahre Konzernchef. Verwaltungsratspräsident Urs Rohner hingegen trete wie vorgesehen 2021 ab. Gerüchte darüber, dass er seine Amtszeit bis 2023 verlängern könnte, wurden gegenüber der "Sonntagszeitung" dementiert.

Offenbar hat Pierre-Olivier Bouée nicht die Wahrheit gesagt

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Was die Prüfer der Kanzlei Homburger bisher gefunden hätten, zeige kein schmeichelhaftes Bild von Pierre-Olivier Bouée, bis vor zwei Monaten die Nummer zwei der Bank und Intimus von Tidjane Thiam. Er habe die Kosten für die Beschattungen offenbar unter Tarnbezeichnungen verbucht und gegenüber Homburger und Credit-Suisse-Chefjurist Romeo Cerutti nicht die Wahrheit gesagt. Bouée erzählte ihnen, dass es neben Khan zu keiner weiteren Beschattung gekommen sei.

Die Untersuchung von Homburger wird am Montag abgeschlossen sein, sondern über die Festtage weitergehen. Es wird vorerst nur ein Zwischenbericht publiziert.

(spm)