Im Mai 2018 durchsuchte die Staatsanwaltschaft Zürich Wohnhäuser und Büros mehrerer Manager aus dem Umfeld der Bank Raiffeisen. Zu den Beschuldigten gehören unter anderem Ex-Bankchef Pierin Vincenz und sein langjähriger Geschäftspartner Beat Stocker. Es geht um den Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung. Acht Monate später liegen noch keine Anklageschriften vor. Die Staatsanwälte können zahlreiche beschlagnahmte Akten und sichergestellte Festplatten und Mobiltelefone nicht auswerten. Sie wurden auf Antrag der Beschuldigten versiegelt, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Die Behörde sei dabei, auf dem Gerichtsweg eine Entsiegelung verfügen zu lassen, verlautet aus verfahrensnahen Kreisen. Mit einer Versiegelung kann ein Verfahren unter Umständen so lange verzögert werden, bis gewisse Tatbestände verjährt sind. Derweil weitet sich der Fall aus. Die Kreditkartenfirma Aduno, an der Raiffeisen beteiligt ist, prüft, ob es zu Unregelmässigkeiten bei den Bezügen der Chefetage gekommen ist. Brisant ist dies, weil Aduno mit einer ersten internen Untersuchung den Fall 2017 ins Rollen gebracht hatte.

(me)