Der Flugzeugbauer Pilatus prüft offenbar den Gang an die Börse. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Insider. Demnach soll ein IPO bereits 2017 auf der Agenda sein.

Pilatus-Grossaktionär Ihag Holding traf diese Nachricht unverhofft, wie das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» berichtet. Die Gesellschaft besitzt rund 40 bis 45 Prozent am Flugzeugbauer. Offiziell will sie keine Stellung zu den IPO-Gerüchten nehmen. Doch aus dem Umfeld von Ihag-Präsident Gratian Anda heisst es, die Ihag-Holding habe kein Interesse an einem IPO. Die Holding sehe sich eher als langfristigen Investor.

Machtkampf im Aktionariat

Das Magazin stützt sich auf Personen aus dem Umfeld der Ihaq Holding. Es spekuliert über einen Machtkampf mit dem zweiten Grossaktionär: der Burkart-Familie.

Mit dem Tod von Investor Jörg Burkart im Jahre 2015 ist dessen Sohn Dominik in den Verwaltungsrat von Pilatus eingezogen. Laut «Bilanz» soll die neue Generation einen Exit aus ihrem Engagement bei Pilatus suchen. Der Zeitpunkt sei günstig, Pilatus reite auf einer Erfolgswelle. Der neue Businessjet PC-24 sei ein Verkaufsrenner. Ein IPO würde im Markt gut aufgenommen und tüchtig Geld in die Kassen der ausstiegswilligen Altaktionäre spülen.

Kämpferischer Schwenk

Auch das Management des Flugzeugbauers soll von der Idee eines Börsengangs wenig angetan sein. Pilatus-Präsident Oscar Schwenk sagte in früheren Interviews: «Solange ich bei Pilatus etwas zu sagen habe, kommt es nicht zu einem IPO.»

Schwenk führte die Stanser Firma von 1994 bis 2012. Seit 2016 präsidiert er den Flugzeugbauer.

(ise)