Bei Alstom Schweiz mit Sitz in Baden stehen bis zu 600 Jobs auf dem Spiel. Grund dafür ist die Übernahme der Energiesparte von Alstom durch General Electric. «Es ist absehbar, dass es einen Jobabbau geben kann», sagt Pascal Pfister, zuständiger Unia-Gewerkschafter. Im Zuge des Übernahmedeals im Wert von 17 Milliarden Dollar können laut Gewerkschaftern bis zu zehn Prozent der Belegschaft von einem Stellenabbau betroffen sein, wenn die EU-Wettbewerbshüter in Brüssel den Deal absegnen. 

Allerdings muss GE zuerst noch einige Auflagen der EU-Kommission erfüllen. Sie befürchtet, dass der Wettbewerb im Gasturbinenmarkt mit noch drei verbleibenden Anbietern – GE, Siemens und Mitsubishi – zu stark eingeschränkt würde. 

Schweizer Herzstück zum Verkauf

Dem Vernehmen nach will GE deshalb das Gasturbinengeschäft veräussern – das Herzstück von Alstom Schweiz. Als Käufer dafür wird das Energieunternehmen Ansaldo gehandelt, eine ehemalige Tochter des italienischen Industriekonzern Finmeccanica. «Ansaldo wird das Geschäft voraussichtlich nach Genua verlagern», sagt ein Gewerkschafter. 

Gemäss Recherchen der «Handelszeitung» haben vor wenigen Wochen die Delegationen von Alstom und GE in Brüssel der EU-Kommission den Deal unterbreitet. Geht es nach General Electric, dann geht der Deal in diesem Jahr über die Bühne. Am 11. September will die Kommission einen Entscheid bekannt geben. «Das Closing des Deals im zweiten Halbjahr 2015 ist weiterhin unser Ziel», sagt GE-Sprecher Bernd Eitel. 

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