Der Chiphersteller AMS hat im Schlussquartal 2018 die mässige Nachfrage nach den neuen iPhones zu spüren bekommen. Diese wird sich auch im neuen Jahr auf die Ergebnisse auswirken.

Für das Gesamtjahr 2018 weist AMS zwar ein imposantes Wachstum von gut einem Drittel auf einen Rekordwert von 1,63 Milliarden US-Dollar aus. Im Schlussquartal zeigten sich allerdings markante Bremsspuren.

Schwache Nachfrage

So bildete sich zwischen Oktober und Dezember die Verkäufe im Vorjahresvergleich um gut 8 Prozent auf 491,4 Millionen zurück. AMS begründete dies am Dienstag mit einer «Schwäche der Kundennachfrage im Consumer-Geschäft».

Damit dürfte das Geschäft mit Apple gemeint sein. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der US-Konzern der wichtigste Kunde von AMS ist - auch wenn dies offiziell nicht bestätigt wird. Konkret produziert AMS etwa Sensoren für die iPhones. Das Geschäft von Apple und insbesondere die iPhone-Verkäufe entwickelten sich zuletzt aber eher schleppend.

Ursprünglich hatte AMS denn auch mit deutlich besseren Verkaufszahlen gerechnet und erst im letzten November die eigenen Erwartungen gesenkt.

Keine Dividende

Der schwächelnde Umsatz hinterliess auch bei der Profitabilität Spuren, zumal die Fabriken in Asien nicht ausgelastet waren. Der operative Gewinn auf Stufe EBIT (bereinigt) kam im Schlussquartal bei 61,9 Millionen US-Dollar (VJ 146,6 Mio) und die Marge bei 13 Prozent (VJ 27%) zu liegen. Der Reingewinn (bereinigt) wurde mit 1,7 Millionen ausgewiesen (VJ 161,3 Mio).

Auch für das Gesamtjahr fiel der Reingewinn mit 12,1 Millionen markant unter den 145,5 Millionen des Vorjahres aus. Das Management betonte allerdings, dass es beim operativen Mittelzufluss Fortschritte gegeben habe.

Die Aktionäre sollen für 2018 gleichwohl keine Dividende erhalten, nachdem im Vorjahr noch 0,33 Euro pro Titel ausgeschüttet worden waren. AMS begründete den Schritt mit den volatileren Endmärkten und dem makroökonomischen Umfeld. Man wolle sich auf die Stärkung der Geschäftsposition konzentrieren.

Tiefere Zahlen für Q1

Für das laufende erste Quartal 2019 geht das Management von Verkäufen zwischen 350 und 390 Millionen US-Dollar aus. Die EBIT-Marge soll im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu liegen kommen.

Zum Vergleich: Im Vorjahr waren Verkäufe von 452,7 Millionen und eine Marge von 17 Prozent ausgewiesen worden. Begründet wurde die Prognose mit den erwarteten niedrigen Produktionsvolumina etwa im Smartphone-Geschäft und einer geringen Auslastung der stark erweiterten Produktionskapazitäten.

In der Mitteilung betonte die Gesellschaft allerdings, dass nun auch zwei asiatische Smartphonehersteller mit Sensoren beliefert würden. Der Lieferbeginn werde im ersten Halbjahr 2019 erwartet.

Auf der anderen Seite rechnet AMS für das Nicht-Consumer-Geschäft mit Gegenwind. So sei insbesondere im Automobilmarkt mit einer eher gedämpften Entwicklung der Volumennachfrage zu rechnen.«Wir nehmen die aktuellen Schwierigkeiten nicht auf die leichte Schulter», sagte CEO Alexander Everke an einer Telefonkonferenz. «Ich bin aber nach wie vor von unserer Strategie überzeugt.»

Betont wurde ausserdem, dass für 2019 «erheblich geringere Gesamtinvestitionen» geplant seien, was die finanzielle Position stärken solle.

Nicht an Hongkonger Börse

Ausserdem gab AMS bekannt, dass die Pläne für eine Zweitkotierung an der Hongkonger Börse verschoben werden. Diese hätte im zweiten Quartal 2019 über die Bühne gehen sollen.

Begründet wurde dies mit dem volatilen Kapitalmarktumfeld. Ausserdem benötige AMS derzeit kein zusätzliches Kapital. Das Management geht allerdings davon aus, dass die Pläne zu einem späteren Zeitpunkt weiter verfolgt werden.

Die ausgewiesenen Zahlen lagen im Rahmen der Analysten-Erwartungen. In ersten Kommentaren wurden allerdings der Ausblick und der Wegfall einer Dividende als Negativnachrichten bezeichnet. An der Börse starteten die AMS-Papiere mit einem Minus von fast 11 Prozent.

(awp/mlo/tdr)

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