Anderthalb Jahre lang hat Sandy Parakilas für Facebook kontrolliert, ob Entwickler die Datenschutz- und Privatsphärevorgaben einhalten. Als er das Unternehmen im Oktober 2012 verliess, warnte er seine Vorgesetzten. Wie die «Financial Times» berichtet, legte er ihnen bereits damals nahe, dass die Datenschutzpraxis des Unternehmens schwere Folgen haben könnten. Das Unternehmen, so Parakilas’ Eindruck, tat seine Bedenken ab.  

In den Jahren, die darauf folgten, setzte sich Sandy Parakilas dafür ein, dass die Tech-Industrie ihren Umgang mit Datenschutz verbessern müsse, plädierte auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Nachrichten und einen konsequenten Faktencheck bei Nachrichten, die Millionen Menschen zu lesen bekommen. «Es gibt keine ‘neutrale’ Plattformen», schrieb Parakilas in einem Blogpost im Jahr 2016. «Es wird Zeit, dass wir Verantwortung übernehmen für das, was wir geschaffen haben.» 

Zeugenaussage im Cambridge-Analytica-Skandal

Als dann 2018 der Cambridge-Analytica-Skandal die Probleme mit Facebooks Datenschutzregelungen ans Tageslicht beförderte, sagte Sandy Parakilas vor dem Komitee im britischen Parlament aus, das Datenschutzverletzungen und Fake News untersucht. In seiner lesenswerten Zeugenaussage hielt er fest, dass Facebook in den sechzehn Monaten seiner Tätigkeit nicht einmal aktiv im Einzelfall überprüft habe, ob Entwickler Nutzerdaten missbrauchten. Er sagt, Facebooks Regelungen seien zu jenem Zeitpunkt «weit über das hinaus gegangen, was erlaubt sein sollte». 

Jetzt hat der Mahner Sandy Parakilas bei Apple angeheuert, um dort seine Expertise als Datenschutz-Spezialist einzubringen. Mit dieser Personalie wolle Apple ein weiteres Mal belegen, dass es sich in seiner Datenschutzpraxis von Google, Facebook und Amazon unterscheide, so die «Financial Times». Weder Apple noch Parakilas äusserten sich zur Angelegenheit. Mit der Sache Vertraute hätten bestätigt, dass Parakilas als Produktmanager beginnen und im Team für Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre arbeiten werde.  

(me)