Apple Inc. plant informierten Kreisen zufolge, das Wachstum von Neueinstellungen und Investitionen in einigen Abteilungen zu drosseln, um mit einem möglichen konjunkturellen Abschwung fertig zu werden.

Hintergrund sei die Absicht, in unsicheren Zeiten vorsichtiger zu agieren, berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur «Bloomberg». Laut den Insidern sei dies aber keine unternehmensweite Richtlinie. Die Änderungen würden sich nicht auf alle Teams auswirken. Und Apple plane weiterhin neue Produkte im nächsten Jahr. Auf den Markt kommen soll 2023 etwa ein Mixed-Reality-Headset, die erste grosse neue Kategorie seit 2015.

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Dennoch ist der vorsichtigere Ton bemerkenswert für Apple. Das Unternehmen hat die Prognosen der Wall Street während der Covid-19-Pandemie in der Regel übertroffen. Und auch vergangene wirtschaftliche Turbulenzen hat es besser überstanden als Konkurrenten.

Börse reagierte negativ auf Appels Ankündigung

Als Reaktion auf die Ankündigung fiel Apples Aktie um 2,1 Prozent auf 147,07 Dollar, der grösste Rückgang seit fast drei Wochen. Die Aktie ist in diesem Jahr um etwa 17 Prozent abgerutscht, ähnlich wie der Gesamtmarkt. Auch andere Tech-Unternehmen gaben nach der Meldung am Montag nach.

Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Cupertino weist jeder grösseren Abteilung jährlich einen bestimmten Geldbetrag zu, der für Forschung und Entwicklung, Ressourcen und Einstellungen verwendet wird. Für 2023 erhalten ausgewählte Teams ein geringeres Budget als erwartet.

Bei einigen Gruppen wird das Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter im kommenden Jahr nicht erhöhen, während es normalerweise 5 bis 10 Prozent mehr Mitarbeiter in einem bestimmten Jahr einstellen würde. Für einige Teams ist geplant, die Positionen ausscheidender Mitarbeiter nicht neu zu besetzen.

Ein Sprecher des Technologieriesen lehnte eine Stellungnahme gegenüber «Bloomberg» ab.

Apple kämpfte mit Lieferkettenprobleme

In den letzten Jahren hat Apple stark in Forschung und Entwicklung investiert, aggressiv von der Konkurrenz eingestellt und mehrere neue Produkte auf den Markt gebracht. Zugleich war Apple mit Herausforderungen in der Lieferkette konfrontiert, etwa der Schliessung der Produktion in China in den letzten Monaten. Apple warnte im April, dass die Probleme im letzten Quartal bis zu acht Milliarden Dollar kosten würden.

Analysten erwarten einen Umsatz im dritten Quartal von etwa 83 Milliarden Dollar, was leicht über dem Vorjahreszeitraum liegt. Die Ergebnisse sind am 28. Juli fällig. 

(Bloomberg/mth)