Floored Floater gehören seit der Finanzkrise zu den beliebtesten und meistverkauften strukturierten Produkten auf dem Schweizer Markt. In ihrer ursprünglichen Form sind Floored Floater vom Emittenten zu 100% kapitalgeschützte Produkte, welche einen variablen Coupon bezahlen (in den meisten Fällen dem Libor entsprechend) und eine Mindestverzinsung, den sogenannten Floor, garantieren.

Tiefzinsphase mit Folgen

Nach dem Ausbruch der Finanzkrise stieg die Nachfrage nach einfachen und verständlichen Produkten. Zudem war die Konstellation mit historisch tiefen Zinsen und sehr weiten Credit Spreads prädestiniert für den Anklang dieser Anlageprodukte.

Als Investor nimmt man die Sicht ein, dass die kurzfristigen Zinsen in der Zukunft ansteigen werden, wobei man eine Mindestverzinsung garantiert bekommt. Ein gewisser Inflationsschutz wird auch gewährleistet, da davon ausgegangen werden kann, dass bei einer aufkeimenden Inflation die kurzen Zinsen zur Eindämmung der Inflation durch die Nationalbanken angehoben werden. Nachdem im Jahre 2008 die ersten Floored Floater mit einer Coupon-Formel von Libor plus 2%, jedoch mindestens 3% auf den Markt gekommen wären, haben sich unterschiedliche Variationen daraus entwickelt, so etwa CMS10, jedoch mindestens 2,5%.

Dadurch, dass im Jahr 2009 die Zinsen weiter gesunken und die Credit Spreads enger geworden sind, musste ein solider Emittent zur Mindestverzinsung eine Maximalverzinsung in das Produkt einbauen, um eine vernünftige Mindestverzinsung garantieren zu können. Somit entstand der Capped Floored Floater. Bei dieser Variation verkauft der Investor einen Cap (Maximalverzinsung) und erhält dafür eine Prämie, die man einsetzt, um einen höheren Floor (Mindestverzinsung) zu kaufen.Das Jahr 2010 führte zu einer weiteren Verengung der Credit Spreads und zu noch tieferen Zinsen. Die kurzfristigen Zinsen befinden sich zurzeit fast bei 0%, mit dem Franken-3-Monats-Libor bei 0,175%. Aus diesem Grund wurden die Konditionen für die üblichen Floored Floater bzw. Capped Floored Floater immer schlechter, und die Finanzindustrie brachte neue Produkte auf den Markt, um die hohen Renditeerwartungen der Investoren zu erfüllen. Sogenannte hybride Instrumente wurden vorgestellt und haben seitdem das Interesse der Anleger geweckt. Dabei werden Derivate von zwei oder mehreren Anlageklassen miteinander verknüpft und als strukturiertes Produkt angeboten.

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Barrieren im Auge behalten

Credit Linked Notes (CLN) wurden mit Floored-Floater-Coupons ausgestattet, wobei die Konditionen des Coupons vom Emittenten, aber auch vom zusätzlichen Ausfallrisiko eines weiteren Schuldners abhängig sind. Je höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Emittent oder der zusätzliche Schuldner ausfällt, desto höher der Coupon.

Um noch höhere Coupons zu erhalten, begann man kürzlich die Aktien- mit der Zinswelt zu vereinen, wobei die Deep Barrier Reverse Convertibles (BRC), ausgestattet mit einem Floored-FloaterCoupon, entstanden sind. Die Funktionsweise entspricht einem gewöhnlichen BRC auf einem oder mehreren Underlyings, wobei folgende Merkmale neu hinzugekommen sind:

Laufzeit beträgt mindestens drei, üblicherweise fünf oder mehr Jahre;

Coupon bezahlt Libor plus Spread, wobei der gesamte Coupon mit einem Floor, d.h. einer Mindestverzinsung, ausgestattet ist;

Barriere der Deep BRC wird auf tiefe Levels, bei 40% oder noch tiefer als der anfängliche Indexstand, gesetzt.

Diese Deep BRC weisen zahlreiche Parallelen zu den altbekannten BRC auf. Da aufgrund der sehr tiefen Barrieren die Wahrscheinlichkeit eines Kapitalverlustes relativ gering ist, sind diese Produkte auch für konservative Anleger interessant. Falls die Barriere aber durchbrochen wird, kann der Anleger einen Grossteil des Investments verlieren.

Risiken kennen

Die Risiken zu kennen, ist umso wichtiger, als mit diesen Produkten vermehrt Leverage aufgebaut wird, indem Hypotheken nicht zurückbezahlt werden. Diese werden dann auf Libor-Basis weitergeführt, wobei zur Finanzierung der Zinsen in Deep BRC investiert wird.

Somit können die Zinsen getilgt werden, und darüber hinaus fällt noch ein Gewinn an, falls der bedingte Kapitalschutz hält, das heisst, die Barriere nicht durchbrochen wird.