Alles fing mit der Marzili-Bahn in Bern an, der wohl kürzesten Kleinbahn der Schweiz, die das Quartier an der Aare mit der Bundeshausterrasse verbindet: Hier konnten die beiden Jungunternehmer Yves Kilchenmann und Olivier Chuard 2008 ihren ersten Doppelbildschirm aufstellen. Gut zehn Jahre später bespielen sie mit ihrer Werbevermarktungsfirma Livesystems rund 7300 Bildschirme mit Werbung, dienlichen Sachinformationen und News. Verteilt über die ganze Schweiz an 3700 Standorten – in Bussen, Zügen und Trams, an Tankstellen. Und immer öfter im öffentlichen Raum.

Was vor zehn Jahren einfach ein Bildschirm in einem Wartehäuschen einer Drahtseilbahn war, heisst heute «Digital Out of Home» und gilt als das neue Heilsversprechen der Werbevermarkter. Nirgends sind die Wachstumszahlen so vielversprechend. Während hierzulande die Umsätze beim analogen Plakat stagnieren respektive leicht abnehmen, schnellen sie bei der digitalen Version in die Höhe. Auch die Beratungsfirma PwC rechnet in ihrem neusten Swiss Entertainment & Media Outlook mit jährlichen Steigerungen im zweistelligen Bereich (siehe Grafik «Dynamischer Digitalbereich» unten). Im laufenden Jahr dürfte dank den nationalen Wahlen ein neuer Spitzenwert erreicht werden.