Bei der Amag knallen die Sektkorken: Heute vermeldete der Autohändler offiziell den Grossumzug nach Cham ZG. Am neuen gemeinsamen Hauptsitz sollen künftig 850 bis 900 Mitarbeitende beschäftigt sein. Hauptgrund für den Umzug in die neuen Räume ist der seit Jahren herrschende Platzmangel. «Wir gehen davon aus, dass wir dieses Problem für die nächsten Jahre gelöst haben», ist Sprecher Dino Graf überzeugt. Steuerliche Überlegungen hätten beim Entscheid demnach kaum eine Rolle gespielt. Die Standorte Schinznach und Buchs existierten weiterhin, die Amag wird auch dort steuerpflichtig bleiben.

Im Sommer 2016 hatte das Immobilienunternehmen Alfred Müller ein Baugesuch für das Bauprojekt Helix in Cham eingereicht. Mit dem grössten Schweizer Autoimporteur Amag hat man nun einen Mieter gefunden, der die Räumlichkeiten langfristig nutzen will. Bisher ist die Administration der Amag auf drei Standorte verteilt. Nun werden die Büros in Cham auf 11'500 Quadratmetern zusammengeführt.

Amag hofft auf Effizienzgewinne

Seit Jahrzehnten baut die Amag in der Schweiz aus – und kämpfte dementsprechend immer wieder mit Platzproblemen. Bisher sind die Divisionen Import in Schinznach und Buchs stationiert und die Bereiche Finanzen, Human Resources und Informatik in Buchs und Zürich. Diese werden nun zusammen mit der Zentrale von Amag Retail und Amag Leasing (Baden Dättwil) nach Cham verlegt.

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Eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr und genügend Parkplätze gehörten zu den Hauptkriterien bei der Suche. Bei der Amag hofft man mit dem Umzug auch auf Effizienzgewinne: Heute arbeiten Mitarbeitende an getrennten Standorten, die eigentlich unter einem Dach tätig sein sollten, räumt Amag-Sprecher Graf ein. Für einige der Beschäftigten dürfte der Umzug indes mit längeren Arbeitswegen verbunden sein: Von Schinznach nach Cham sind es immerhin rund 40 Minuten Autostrecke.

Amag will Ende 2019 einziehen

Der Umzug bedeute, dass auch die Büros am Zürcher Utoquai, dem Hauptsitz der Gruppe einem anderen Unternehmenszweck zugeführt würden, heisst es seitens der Amag. Diese befinden sich in einem denkmalgeschützten Gebäude, welches der Besitzerfamilie Haefner gehört. Auch die Amag-Leitung um Chef Morten Hannesbo soll nach Cham zügeln.

Die Aushubarbeiten zur Helix-Überbauung beginnen im April. Bezugsbereit sind die Gebäude voraussichtlich im Herbst 2019. Das Immobilienunternehmen Alfred Müller investiert rund 100 Millionen Franken in das Projekt. Die Amag hat einen Marktanteil von kanpp 30 Prozent und schreibt einen Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Franken. Importiert werden VW, Audi, Skoda, Seat und VW-Nutzfahrzeuge. Zudem ist die Amag der grösste Porsche-Verkäufer der Schweiz.