Die Schweizer Bevölkerung produziert 1,3 Millionen Tonnen Stahlschrott pro Jahr - der überwiegende Teil ist Auto- und Haushaltschrott. Damit könnte man etwa 370 Mal das Fussballstadion Letzigrund in Zürich bauen. Obwohl in der Schweiz kein Erz für die Stahlproduktion mehr abgebaut wird, produziert sie den Rohstoff für den Stahlbau also im Grunde genommen selbst. Der Schrott fliesst derzeit praktisch ausschliesslich in die Stahlproduktion für den Bau, denn für Autoblech ist das Schrottrecycling nicht geeignet. Wer also ein Auto fährt und mit der Waschmaschine wäscht, sollte sich Gedanken über deren Recycling machen.

Fast ausnahmslos Recyclingstahl

Derzeit stammen alle in der Schweiz verbauten Stahlprofile aus Recyclingstahlwerken. Recyclingstahl wird mit 70 Prozent weniger Energie hergestellt und verursacht 85 Prozent weniger CO?. Dieser Recyclingbonus schlägt sich auch in Ökobilanzen nieder. Berücksichtigt man zusätzlich noch die Wiederverwertbarkeit von Stahl am Ende des Lebens eines Gebäudes, so steht ein Stahlbau in der Ökobilanz so gut da wie ein Holzbau. Unberücksichtigt bleibt dabei, dass viele Stahlprofile und Bleche nach dem Abbruch eines Gebäudes vollkommen intakt sind und gleich wiederverwendet werden können, was praktisch ein «Null-Energie-Stahl» wäre.

Ökostahl steht für nachhaltiges Bauen mit Recyclingstahl. Nachhaltig Bauen bedeutet, die Bedürfnisse nachfolgender Generationen zu respektieren und deren Lebensraum zu schonen. Dabei muss das Gebäude in seinem gesamten Lebenszyklus betrachtet werden. Dazu gehört die Frage, mit welchem Energieaufwand das Gebäude erstellt und genutzt wird, wie es in Zukunft umgebaut oder wiederverwendet werden kann und was damit am Ende des Lebenszyklus passiert, das heisst, ob und wie seine Bestandteile am Ende getrennt und rezykliert werden können. Zirka 80 Prozent des Energieverbrauchs eines Gebäudes fallen während der Nutzung dieses an. Und wie sparsam ein Gebäude funktioniert, ist eine Frage der Gebäudetechnik.

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Sparsam, flexibel und wirtschaftlich

Die Leichtbauweise ist nachweislich wesentlich energie- und kostensparender auf der Baustelle und bricht punkto Schnelligkeit und Flexibilität alle Rekorde. Insbesondere Baustellen in der Stadt oder in dicht bebauten Gebieten profitieren davon. Die Bauteile werden vorgefertigt angeliefert, es braucht weniger Maschinen und es gibt weniger Lärm-, Staub- und Verkehrsbelastung. Und schliesslich profitiert der Bauherr/Investor von einer besseren Rendite, denn ein Stahlbau ist in der Regel doppelt so schnell fertiggestellt wie ein Massivbau.

Zu Buche schlägt auch der Platzgewinn, den die superschlanke Stahlbauweise generiert. Leitungen werden in der Konstruktionsebene geführt, damit spart sich der Bauherr pro Stockwerk rund 40 Zentimeter Installationshöhe, was pro acht Geschosse ein zusätzliches Geschoss erlaubt. Zudem schafft der Stahl leicht Spannweiten von 14 bis 20 Metern, während bei einem Massivbau bereits nach 6 bis 8 Metern eine Stütze oder tragende Wand notwendig ist. Der Stahlbau bringt also auch bei der Geschossnutzung mehr Gewinn, ganz zu schweigen von den Vorteilen der Flexibilität freier Grundrisse. Weil ein Stahlbau leicht und elastisch ist, braucht er weniger Fundamente und ist per se erdbebensicher.

Die Vorteile des Meccano-Systems

Wer sich noch an den Meccano-Baukasten seiner Kindheit erinnert, weiss wie einfach und genial das ist. Denn jede neue Idee kann sofort umgesetzt werden. Die Vorteile des Baukastensystems übertragen sich ebenso auf die Kosten von Unterhalt, Veränderungen, Sanierungen und schliesslich auf den Rückbau eines Gebäudes. Es wird zum Beispiel trocken gebaut. Das spart nicht nur die Zeit, die der Beton zum Austrocknen brauchen würde, sondern es erleichtert auch die technische Ausrüstung. Man stelle sich nur einmal den Aufwand vor, wenn der Bauherr die in Beton eingegossenen Leitungen und Verkabelung auswechseln muss, was immerhin alle paar Jahre mal vorkommt. Bei einem nachhaltigen Gebäude müssen Tragstruktur und Installationen getrennt werden, damit die Instandhaltung, die Erneuerungen und das Recycling leicht möglich sind. Zudem kann ein Stahlbau beliebig und günstig erweitert, aufgestockt oder verkleinert werden, wenn sich die Nutzungsbedürfnisse der Bauherrschaft verändern.

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