Der Medienkonzern Axel Springer («Bild», «Die Welt», «handelszeitung.ch», «Bilanz», «Beobachter», «Tele») profitiert zunehmend vom Ausbau des Geschäfts im Internet. Der Absatz von digitalen Produkten boomte im dritten Quartal und trieb den gesamten Konzernumsatz in die Höhe.

Unternehmenschef Mathias Döpfner rechnet damit, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Zwischen Juli und Ende September verdiente Springer operativ wegen der Zuwächse im Internet so viel wie noch nie zuvor. Döpfner bestätigte am Montag zudem die Prognose für das laufende Jahr und zeigte sich auch für 2012 optimistisch, auch wenn es für exakte Prognosen zu früh sei.

In den ersten neun Monaten legte der Umsatz um zwölf Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu, wie der Konzern am Montag in Berlin mitteilte. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten verdiente Springer mit 446 Millionen Euro knapp 16 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei beiden Werten übertraf Springer die Erwartungen der Experten. Unter dem Strich ging der Gewinn um rund neun Prozent auf 233,2 Millionen Euro zurück. Der Vorjahreswert war allerdings durch Verkaufserlöse nach oben getrieben worden. Die im MDax notierte Aktie legte am Vormittag deutlich zu.

Digital wird stärker

«Unsere digitalen Medien wachsen unverändert dynamisch und liefern einen zunehmend grösseren Ergebnisbeitrag», sagte Döpfner. Er zeigte sich jedoch auch mit dem deutschen Printgeschäft zufrieden. «Vor allem unsere starken deutschen Print-Marken profitierten im dritten Quartal von einer gegenüber dem Vorjahresquartal stabilen Nachfrage der Werbekunden und von Preiserhöhungen bei wichtigen Titeln.»

Vor allem im Zeitschriften-Markt kam Springer im dritten Quartal gut voran. Gemessen an den Zahlen bis Ende September verbuchte der Konzern allerdings im deutschen Geschäft mit Printprodukten leichte Umsatzrückgänge. Wachstumstreiber waren erneut die digitalen Produkte. Dort legte der Erlös um etwas mehr als ein Drittel auf 678 Millionen Euro zu - der operative Gewinn verdoppelte sich sogar auf 112 Millionen Euro. Getrieben wurde das Geschäft in der Sparte auch durch die Übernahme des französischen Immobilienportals SeLoger im Frühjahr des laufenden Jahres.

Auch für  2012 optimistisch

Mit den starken Zuwächsen im Rücken bestätigte Döpfner die Prognosen für das laufende Jahr. Demnach soll der Umsatz - auch ohne weitere Zukäufe - im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Dazu sollen alle Erlöskategorien - Vertriebs-, Werbe- und übrige Erlöse - beitragen. Beim EBITDA rechnet er mit einem Plus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. 2012 soll Umsatz und operatives Ergebnis weiter zulegen. Für präzisere Aussagen sei es wegen der Unsicherheit infolge der Euro-Schuldenkrise zu früh.

(rcv/awp)

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