Im Februar 2009 an die Spitze der Grossbank gelangt, wurde dem 66-Jährigen die wohl schwierigste Aufgabe im Schweizer Banking übertragen: die kriselnde Grossbank neu zu positionieren. Er hat dies bisher hervorragend gelöst. Besondere Freude dürfte ihm bereiten, dass er den Konkurrenten Credit ­Suisse im ersten Halbjahr 2010 abhängen und mehr Gewinn erzielen konnte.

Brady Dougan (51), Chef der CS, gehört zu den Absteigern in der Liste. Mit Platz drei zwar immer noch sehr gut platziert, musste er aber doch Punkte abgeben: Dem Image der Bank nicht zuträglich war seine diesjährige Rekordzahlung von rund 90 Millionen Franken, die auch manchem Kunden in den falschen Hals geriet. Überholt wurde Dougan von Josef Ackermann (62), der bei der Deutschen Bank zu neuer Frische gefunden hat.

Wie stark sich die Branche bewegt, zeigt sich an der grossen Zahl der Neuzugänge in der Liste: 23 Banker – über ein Fünftel der Namen also – sind neu dabei. Das Jobkarussell dreht sich auch auf oberster Ebene. So wurden bei den Grossbanken auf mehreren Schlüsselpositionen Manager ausgewechselt. Bei der UBS ­etwa ersetzte Lukas Gähwiler im Schweiz-Geschäft den mit wenig Fortune agie­renden Francesco Morra. Bei der CS kam neu Eric Varvel für den erkrankten Paul Calello an die Spitze des Bereichs Investment Banking, David ­Mathers ersetzt den scheidenden Renato Fassbind.

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Die Rangierten wurden ihren Tätigkeitsgebieten entsprechend in sechs Kategorien eingeteilt: Universalbanker, Private Banker, Firmen- und Retail Banker, Investment Banker, Asset Manager, Vertreter von Bankboutiquen und von auf alternative Anlagen spezialisierten Instituten.

Wie prägend der Privatbanken-Sektor für dieses Land ist, manifestiert sich in der Liste: Mit 35 Namen füllen die Private Banker mehr als ein Drittel davon.

Dass Banking nach wie vor eine Männerdomäne ist, spiegelt sich in der sehr kleinen Zahl von Frauen unter den Top 100. Nur gerade fünf Frauen schafften es ins Ranking. Top-Bankerinnen wie Sharon Meadows, die für die CS als oberste Kreditchefin das gesamte Kredit­geschäft der Bank überwacht, sind nach wie vor eine Ausnahme.

Auch wenn die Finanzkrise vorbei ist, so bleibt das Risiko hoher Verluste doch bestehen. Schlimm getroffen hat es etwa den Vermögensverwalter EFG, wo enor­me Wertberichtigungen zu einem Halbjahresverlust von über 800 Millionen Franken führten. Die EFG-Chefs Jean ­Pierre Cuoni und Lawrence Howell ­stürzen im Ranking ab und verloren 25 ­respektive 20 Ränge.

Der grösste Absteiger im Ranking ist aber der ehemalige Hedge-Fund-Pionier Rainer-Marc Frey, der 50 Ränge verlor. Seine Firma Horizon21 ist zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft, seit er entschieden hat, die Investmentfirma als Family Office für die Verwaltung seines Vermögens zu positionieren. Weggefährte und Mitgründer Adrian Gut verlor 39 Ränge und liegt auf dem letzten Platz.

Um 21 Ränge zurückgefallen ist Joa­chim Strähle, CEO Sarasin, verfehlte die Bank doch die Markterwartungen und zeigt eine unbefriedigende Profitabilität. Alexandre Zeller, CEO von HSBC Schweiz, dessen Bank vom Datenklau betroffen war, verlor 18 Ränge.

Am meisten Ränge gutmachen konnte Alexander Wilmot-Sitwell, Co-Chef des Investment Banking der UBS, der von der eindrücklichen Erholung seines Bereichs profitierte. Er stieg um 17 Ränge auf Platz 32. Co-Chef Carsten Kengeter konnte in den hart umkämpften vorderen Rängen neun Plätze zulegen und rangiert nun auf Platz 7. Ebenfalls mit guter Performance glänzen konnten David Solo, CEO GAM, (plus 10 Ränge) und Boris Collardi, CEO von Julius Bär (plus 9 Ränge).

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