Der Generalunternehmer Steiner klagt auf Entschädigung wegen angeblichen Planungsfehlern beim Löwenbräu-Projekt. Steiner hat vor dem Handelsgericht Zürich gegen PSP Properties und die Löwenbräu-Kunst AG Klage eingereicht. Das Unternehmen will Mehrkosten in Höhe von insgesamt 58,5 Millionen Franken geltend machen. PSP weist die Darstellung von Steiner zurück.

Der Bauherrschaft des Löwenbräu-Areals in Zürich wird vorgeworfen, dass zahllose Mängel in den vorgegebenen Planungsunterlagen während der Bauzeit zu erheblichen Mehraufwendungen und Terminverschiebungen mit hohen finanziellen Konsequenzen geführt hätten. Man habe sich zur Klageeinreichung entschlossen, nachdem PSP das Angebot abgelehnt habe, vorbehaltlos Vergleichsverhandlungen aufzunehmen, heisst es von Seiten des Generalunternehmers.

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Schon 2013 stellte Steiner Forderungen

Trotz einer 48-monatigen Vorbereitungs- und Planungsphase der renommierten Bauherrschaft und ihrem Architekten- und Planungsteam habe Steiner im Zuge der Bauarbeiten immer wieder Korrekturen an den Planungsunterlagen vornehmen müssen. Eine erste Forderung in zweistelliger Millionenhöhe sei bereits im Dezember 2013 geltend gemacht worden.

PSP nimmt die Klageeinreichung zur Kenntnis, weist die Forderungen aber zurück. Die Darstellung der Steiner AG entspreche nicht den Tatsachen und werde bestritten, heisst es in einer Stellungnahme von PSP. Man habe die Mehrforderungen im Zusammenhang mit dem Löwenbräu-Bauprojekt stets abgelehnt. Steiner habe sich bislang geweigert, die Mehrforderungen in der Sache und der Höhe zu beziffern. PSP seien bis heute keine Tatsachen bekannt, welche die Forderung erklären würden, so das Unternehmen weiter.

PSP ohne Rückstellungen

Wie PSP-Sprecher Vasco Cecchini gegenüber AWP erklärte, habe man keine Rückstellungen für die Sache gebildet. Ob es künftig dazu kommen könnte, wollte er nicht sagen. Man müsse erst über diesen Fall beraten, die Klageschrift habe man noch nicht eingesehen.

PSP Properties AG ist die Zürcher Tochtergesellschaft der PSP Swiss Property AG mit Sitz in Zug. Die Löwenbräu-Kunst AG ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadt Zürich, der Kunsthalle Zürich und des Migros-Genossenschafts-Bunds, welches den Kunstteil des Löwenbräu-Areals («White») von PSP erworben hat.

Analysten reagieren gelassen

Die von Steiner eingeklagte Summe sei in Relation zum ursprünglich geplanten Projektvolumen relativ hoch, kommentiert Markus Waeber von der Zürcher Kantonalbank. Mögliche Kostenfolgen beurteilt er angesichts der Vertragsstruktur als «gering». Bei der Bank Vontobel haben die News keinen Einfluss auf die Schätzungen. Die PSP-Aktie wird unverändert zum Kauf empfohlen. ZKB-Analyst Waeber stuft den Titel mit «Marktgewichten» ein.

(awp/mbü/ama)