«Damit wir die gebotene Streuung auf gemeinsam definierte Anlagenklassen zur Minimierung der Anlagerisiken herbeiführen können, steht unsere Expertise ab einem liquiden Vermögen in Höhe von ca. einer Million Euro zu Verfügung.» Mit dieser Passage zitiert das deutsche «Handelsblatt» einen Brief, den einzelne Kunden der Hamburger Privatbank Berenberg erhalten haben.

Gegenüber handelszeitung.ch bestätigt ein Sprecher des 1590 in Hamburg gegründeten Finanzinstituts den Vorgang, dass derzeit einige wenig ertragreiche Kunden ausgesiebt würden. Es handle sich dabei aber um Einzelfälle, «wir sind natürlich nicht mit dem Rasenmäher durch unsere Portfolios gefahren», sagt er. Detaillierte Zahlen nennt er keine.

Seit 2001 auch eine Schweizer Privatbank

Seit 1988 ist Berenberg auch in der Schweiz tätig: 2001 erhielt die Berenberg (Schweiz) AG den Bankstatus und betreibt Standorte in Zürich und Genf. Auch hierzulande, wo das Institut rund 80 Mitarbeitende im Bereich Private Banking beschäftigt, gilt die Eintrittshürde von einer Million für verwaltete Vermögen.

Anzeige

Für den Schritt in Deutschland, wo die einst durch die Niederländer Hans und Paul Berenberg gegründete Bank 17 Geschäftsstellen betreibt, nennt der Sprecher – nebst der eingangs erwähnten Risikominierung durch Diversifikation – im Bericht des «Handelsblatts» noch einen zweiten Grund: Immer mehr Kunden seien zu sogenannten Selbstentscheidern geworden. «Gerade hier steigen aufgrund der regulatorischen Anforderungen die Aufwände und Kosten stark an.»

Millionengrenze nicht in Stein gemeisselt

Mit anderen Worten: «Wir trennen uns dort, wo es wirtschaftlich für beide Seite keinen Sinn mehr macht», heisst im Gespräch mit handelszeitung.ch. Die Millionengrenze sei aber nicht in Stein gemeisselt: In Einzelfällen könne dann abgewichen werden, wenn der Kunde mehr Dienstleistungen in Anspruch nimmt.

Die mediale Aufregung um den Vorgang kann man in Hamburg nicht verstehen: Es handle sich um eine Bereinigung, wie sie derzeit etliche Privatbanken vornehmen würden, heisst es in der Hansestadt.