Die Grosshandelskette GM Food beschäftigt in Spanien 2500 Mitarbeiter und beliefert nach eigenen Angaben 200'000 Profi-Kunden. Nun wird sie von der schweizerischen Coop-Genossenschaft übernommen – womit GM («Gros Merkat») konkret wohl bei Transgourmet angesiedelt würde, also der Grossmarkt- und Gastronomiebelieferungs-Tochter von Coop.

Die Übernahme vermelden unter anderem «La Vanguardia» und das Fachmagazin «Info Retail»; die Medien beziehen sich auf Eingeweihte. Der Deal sei weitgehend klar, so die Quellen, es gebe lediglich noch einige Formalitäten. So dass das Geschäft bis Mitte Mai abgeschlossen werden soll.

Laut den Berichten beträgt der Kaufpreis 230 Millionen Euro. GM Food, in Spanien früher bekannt als Miquel Alimentació, hat den Sitz in der katalanischen Provinz Girona. Der Familienbetrieb war 2015 für 110 Millionen Euro an Bright Food in Shanghai verkauft worden; doch der staatliche chinesische Lebensmittelkonzern bot die iberische Tochter bereits im Sommer letzten Jahres wieder zur Übernahme an.$

Der Umsatz der GM-Food-Gruppe betrug in den letzten Jahren rund 1,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen betreibt 72 Cash&Carry-Zentren und führt 700 Supermärkte, wobei es unter anderem auch das Franchise von Spar in Barcelona und Girona übernommen hat.

«Standbein im Süden»

Coop selber wollte dazu keine Stellung abgeben. Aber die Übernahme käme nicht ganz überraschend. Erst vor wenigen Tagen sagte Coop-Präsident Hansueli Loosli im Gespräch mit der «Neuen Zürcher Zeitung»: «Transgourmet fehlt ein Standbein im Süden. Ich würde gerne noch in Italien und in Spanien Fuss fassen – und zwar sowohl bei der Gastrobelieferung als auch im Grosshandel mit Cash-and-carry-Märkten. Wir halten schon seit Jahren Ausschau nach Übernahmeobjekten.»

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Er sei überzeugt, so Loosli weiter, «dass sich die Situation in der Gastronomie dort nach dem Lockdown verändert. Viele Zulieferer wird es vermutlich gar nicht mehr geben. Da wird es eine grosse Neuaufstellung geben, und das eröffnet uns Chancen.»

(rap)