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Berna Biotech gibts nicht mehr

Die niederländische Biotechfirma hat Berna Biotech 2006 übernommen. Nun ist dieser Firmenname fast vollständig verschwunden. Trotzdem hat Crucell mit den Bernern noch viel vor.

Von valentin handschin
am 18.03.2008

Berna Biotech, das ehemalige Serum- und Impfstoffinstitut der Schweiz, scheint bei der holländischen Biotechfirma Crucell keine grosse Rolle mehr zu spielen. Diesen Eindruck hinterlassen zumindest die zahlreichen Unterlagen zu den Ergebnissen des Jahres 2007 sowie zum Investoren- und Analystentag vom 12. März. Crucell-CEO Ronald Brus erwähnt in diesen Dokumenten mit keinem Wort die von ihm im Jahre 2006 übernommenen Schweizer.

Barbara Mulder, Kommunikatonschefin von Crucell, gibt zu, dass das Unternehmen die Bezeichnung «Berna Biotech» nicht mehr aktiv verwende. «Dies hat damit zu tun, dass wir Berna Biotech vollständig in Crucell integriert haben», sagt sie aber. Und ergänzt, dass das Unternehmen seit der Einführung seiner neuen Corporate Identity auf den Brand «Berna Biotech» verzichte.

Nur noch ein Markenname

«Weil Berna Biotech etablierte Produkte herstellt, wird der Brand aber noch auf den Verpackungen derjenigen Produkte von uns aufgeführt, die in der Schweiz hergestellt werden», sagt Mulder weiter. Dies betrifft vor allem die drei Impfstoffe Inflexal (gegen Grippe), Epaxal (gegen Hepatitis A) und Moruviraten (gegen Masern und Röteln).

Insgesamt beschäftigt Crucell gut 1100 Mitarbeiter. Rund 360 davon arbeiten in der Schweiz: 350 in Bern, 13 in Basel. Während das Team in Basel für die Betreuung den Schweizer Marktes von Crucell verantwortlich ist, findet in Bern die Produktion der erwähnten Impfstoffe statt. Ausserdem werden in Bern die weltweiten Marketing- und Verkaufstätigkeiten von Crucell geleitet.

«Die Schweiz ist für uns ein wichtiger Standort», betont Barbara Mulder. Crucell werde deshalb auch die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Bern ausbauen. So sollen die Berner Forscher nicht nur wie bisher Begleitstudien zu bereits existierenden Impfstoffen erstellen. Im Zuge einer neuen Partnerschaft mit dem US-Pharmaunternehmen werden die Holländer in Bern die Entwicklung gewisser Impfstoffbestandteile durchführen. Es gebe deshalb keine Pläne für einen Personalabbau; Ende 2006 wurde das Team in Bern um 60 Personen reduziert, und der ehemalige Berna-Biotech-Chef Kuno Sommer verliess Crucell im vergangenen Jahr. Die Tätigkeiten der ehemaligen Berna Biotech werden von Cees de Jong (Chief Operating Officer), Forschungschef Jaap Goudsmit und Björn Sjöstrand (Chef der Impfstoffdivision) koordiniert.

Kein Wegzug von der SWX

Crucell mit Sitz im holländischen Leiden erzielte 2007 einen Umsatz von 213 Mio Euro und einen Reinverlust von 48 Mio Euro. Dieses Jahr soll der Umsatz um 20% wachsen und erstmals ein Gewinn realisiert werden. Das Unternehmen ist an den Börsen von New York, Amsterdam (Euronext) und in Zürich kotiert. Momentan bestehen laut Mulder keine Pläne für einen Wegzug von der Schweizer Börse (SWX).

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