Die vom Luxusgüter-Konzern LVMH unterstützte Beteiligungsgesellschaft L Catterton und der Milliardär Bernard Arnault steigen bei dem Schuhhersteller Birkenstock ein. L Catterton und Arnaults Family Office Financière Agache übernehmen eine Mehrheit an dem Unternehmen aus Linz am Rhein.

Über die Details sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Birkenstock mit. Insidern zufolge wird das für seine – zunehmend hippen – Gesundheitssandalen bekannte Unternehmen mit rund vier Milliarden Euro bewertet; weder L Catterton noch Birkenstock hatten diese Summe dementiert.

Die Brüder Alexander und Christian Birkenstock behalten einen Minderheitsanteil, der dritte Bruder war vor einigen Jahren ausgestiegen.

Birkenstock habe sich zu «einer der wenigen ikonischen Marken» in der Schuhindustrie entwickelt, liess sich Arnault zitieren. Geschäftsführer Oliver Reichert – der erste externe Manager in der Firmengeschichte – sagte dem «Handelsblatt», die Produktion werde in Deutschland bleiben, eine Verlagerung nach Asien werde es nicht geben.

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«Wir bekommen durch die neuen Miteigentümer exzellente Marktzugänge und Kontakte in Asien und können unseren Wachstumskurs beschleunigt fortsetzen», so Reichert weiter. Denn Catterton-Miteigentümer LVMH hat insbesondere in Asien starke Verbindungen, die dem Unternehmen aus Rheinland-Pfalz noch abgehen.

Birkenstock kam im Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) mit rund 4000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 721 Millionen Euro.

CEO Oliver Reichert hatte dem «Handelsblatt» im Herbst gesagt, der Umsatz sei 2019/20 stabil geblieben, obwohl die Produktion im ersten Lockdown im Frühjahr für zwei Monate stillgelegt worden sei. Sollte die kursierende Summe des Deals stimmen, wo würde Birkenstock mit etwa dem 15-fachen des operativen Gewinns bewertet. 

Bloomberg», «Reuters», rap)

«Birkenstock zum Businessanzug? Ja, das muss sein»: Interview mit Birkenstock-CEO Oliver Reichert zu den Plänen für die Schweiz.

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