Die Aktie von Dottikon ist abgestürzt. Sie verlor innert eines Tages mehr als 14 Prozent und schloss bei 490 Franken. Dieser Kurs ist der tiefste seit fast zwei Jahren. 

Hintergrund ist eine Gewinnwarnung. Das Aargauer Spezialitäten-Chemieunternehmen, das mehrheitlich im Besitz von Markus Blocher ist, hat heute mitgeteilt, dass Nettoumsatz und Reingewinn im ersten Geschäftshalbjahr 2018/19 (per 30. September) im Vergleich zur Vorjahresperiode «deutlich tiefer» ausfallen werden. Bisher ging das Unternehmen von einem «schwächeren ersten Halbjahr» aus. 

Auch der Ausblick für das Gesamtjahr hat sich eingetrübt. Für das gesamte laufende Geschäftsjahr wird neu ein Nettoumsatz und Reingewinn unter dem Vorjahr erwartet. Zuvor wurde mit einem Nettoumsatz in der Grössenordnung des Vorjahres gerechnet. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Der Halbjahresbericht soll am 27. November veröffentlicht werden, erst dann sind also Details zu erwarten.

Anleger reagierten mit Flucht

Grund für die Korrektur nach unten sind laut Mitteilung die Unsicherheiten im geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld. Zudem nennt das Unternehmen erschwerte Rohstoffbeschaffung, Kampagnenunterbrüche und damit Produktions- sowie Abnahmeverzögerungen bei laufenden Kundenverträgen als Faktoren.

Die Anleger reagierten mit Abwehr auf diese Neuigkeiten: Händler stiessen die Papiere auf breiter Front ab. Es ist ein harter Fall, nachdem das Unternehmen über mehrere Jahre hinweg mit guten Wachstumszahlen geglänzt hatte. Bisher hiess es auch stets, Dottikon investiere angesichts der gut laufenden Geschäfte in den Ausbau der Produktionskapazitäten. Die Zahl der Mitarbeiter ist in den vergangenen drei Jahren um mehr als 100 gestiegen.

Allerdings hatte es auch im Management von Dottikon in den vergangenen Monaten geknirscht: Mehrere leitende Angestellte verliessen das Unternehmen. Wie die «Handelszeitung» berichtete, äusserten sich Mitarbeiter immer wieder kritisch über Chef Markus Blocher, bemängelten unter anderem dessen «Kontrollverhalten». Es scheint, als hätte der Sohn von Christoph Blocher derzeit Fragen an vielen Fronten zu beantworten.

(ise/me)

Anzeige