Nach seiner Wahl zum Bundesrat im Dezember 2003 verteilte Christoph Blocher seine Beteiligung von 73 Prozent an der Ems-Chemie im damaligen Börsenwert von 1,9 Milliarden Franken gleichmässig auf seine vier Kinder. Einen kleinen Teil erhielten sie als Schenkung, damit sie kreditwürdig wurden – um so den grössten Teil des jeweiligen Aktienpakets von 18,25 Prozent leichter über Bankdarlehen finanzieren zu können. Ein Aktionärsbindungsvertrag zwischen den Geschwistern bestand nicht. Magdalena Martullo-Blocher hat praktisch ihr gesamtes Aktienpaket behalten, sie leitet das Unternehmen.

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Markus Blocher (43) war zuerst als Leiter der Feinchemikalienfirma Ems-Dottikon seiner Schwester Magdalena unterstellt. Im Frühling 2005 wurde diese Ems-Tochter mangels Synergien vom Mutterhaus abgespalten und separat an die Börse gebracht. Einige Monate später überliess Markus Blocher seine Ems-Anteile den Schwestern und erhielt im Gegenzug den Grossteil von deren Anteilen an Ems-Dottikon, der heutigen Dottikon ES. Das Paket des Chemikers und ehemaligen McKinsey-Beraters von aktuell 68,3 Prozent hat einen Wert von knapp 200 Millionen Franken, zu den besten Börsenzeiten waren es gut 100 Millionen mehr. Der Pharmazulieferer schreibt seit Jahren rote Zahlen, der Turnaround lässt auf sich warten.

Einzig Miriam Blocher hält an der Firma ihres Bruders noch einen Minianteil von 5,1 Prozent. Weitaus werthaltiger ist dagegen ihr 8,9-Prozent-Paket an der Ems-Chemie. Beide Beteiligungen repräsentieren einen Gesamtwert von 715 Millionen Franken. Den grössten Teil des ursprünglichen Ems-Anteils hat die 39-Jährige versilbert. Mit dem Erlös kaufte sich die Lebensmittelingenieurin ETH 2007 das Basler Läckerli Huus. Zahlen veröffentlicht sie nicht, doch das Geschäft scheint gut zu laufen. Es ist ein veritables KMU, auf der Lohnliste stehen 150 Namen. Seit längerem gibt es Läckerli sogar in Japan zu kaufen, und vor einem Jahr hat auch Miriam Blocher den Sprung nach China gewagt.

Über Rahel Blocher ist kaum etwas bekannt. Das Nesthäkchen hält sich bedeckt. Die HSG-Absolventin besitzt via Emesta Holding denselben Anteil an Ems wie ihre grosse Schwester Magdalena, aktueller Börsenwert 2,4 Milliarden Franken. Die 37-Jährige ist Statthalterin ihres Vaters und leitet die Immobilienfirma Robestate sowie die Beteiligungsgesellschaft Robinvest. Letztere hält unter anderem 20 Prozent an der «Basler Zeitung».