Es war, sagt ein Breitling-Kadermann, «emotional ein grosser Schlag»: Breitling ist neu nicht mehr in reiner Familienhand, sondern zu 80 Prozent im Besitz der britischen Private-Equity-Firma CVC. 
20 Prozent bleiben bei Théodore Schneider, der VR-Präsident wird. Jean-Paul Girardin, bisher Vizepräsident, wird CEO. Mit anderen Worten: Mindestens personell ist Konstanz angesagt.

Tatsächlich ist der Deal für die Branche vorab Good News: Er zeige, so Experten, dass die Finanzindustrie das Vertrauen in die angeschlagene Uhrenbranche zurückgewonnen habe. So erwartet Karine Szegedi, Uhrenspezialistin beim Prüfungs- und Beratungs­unternehmen Deloitte, für den Sektor «zwei fröhlichere Jahre» als die hinter uns liegenden. Dafür sprächen auch die von mehreren Marken angekündigten Vergrösserungen ihrer Produktionsmittel.

Auch Scilla Huang Sun vom Julius Baer Luxury Brands Fund sieht eine Entspannung im Sektor: Generell sei der Luxusmarkt dabei, wie ein Phönix aus der Asche zu steigen.

Gerüchteküche brodelt

Dass Uhrenkonzerne wie Richemont, die Swatch Group oder LVMH bei Breitling nicht zugriffen, hat einen einfachen Grund. Sie benötigen kein zugekauftes Know-how mehr, und sie wollen keine Marken, die einen eigenen Brand kannibalisieren würden.

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Nebenbei: Breitling pflegt mit der Rolex-Schwestermarke Tudor eine technische Zusammenarbeit. ­Tudor modifiziert das Breitling-Werk B01, Breitling das ­Tudor-Werk MT 5612. Das nährt Branchengerüchte, wonach Rolex langfristig die Grenchner Marke von CVC übernehmen könnte. Weder Breitling noch ­Tudor wollen solche Themen kommentieren.

(PAS)