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Imitat
Briten machen Toblerone die Zacken streitig

Das Imitat: Die Inspiration am Schweizer Original ist offensichtlich. Poundland

Toblerone hat das Gewicht seiner Schoggi-Riegel in Grossbritannien heimlich um 20 Gramm reduziert. Eine Supermarktkette reagiert nun mit britischem Humor auf die Sparmassnahme.

Von Marc Bürgi
am 21.06.2017

Mondelèz hat die Briten gegen sich aufgebracht. Der Toblerone-Hersteller reduzierte klammheimlich das Gewicht seines Riegels um 20 Gramm. Statt 170 Gramm ist die Toblerone auf der Insel nun nur noch 150 Gramm schwer. Dies blieb nicht unbemerkt und sorgte für giftige Schlagzeilen in den britischen Medien. Auch die Begründung von Mondelèz kam sehr schlecht an: Die steigenden Kosten hätten die Sparmassnahme nötig gemacht.

Der Detailhändler Poundland belässt es nicht mit der Kritik. Das Unternehmen hat nun eine eigene gezackte Schokolade lanciert. Mit 180 Gramm ist sie schwerer als die Toblerone, kostet aber nur 1 Pfund (1,25 Franken). Damit sie sich vom Schweizer Original leicht unterscheidet, sind die Zacken oben flach und nicht spitz.

Ein englischer Hügel verziert die Packung

Als Sujet für die Verpackung wählten die Briten den «Wrekin». Mit einer Höhe von 407 Metern ist der Hügel im Westen Englands deutlich weniger imposant als das Matterhorn auf der Toblerone-Verpackung. Den prominenten Platz auf der Schachtel verdankt er seiner Lage – der Wrekin befindet sich in der Nähe der Konzernzentrale von Poundland.

Die Briten haben ihre Süssigkeit «Twin Peaks» getauft. Das ist der Name einer berühmten US-Fernsehserie und erinnert gleichzeitig an die Form des Toblerone-Imitats: Die Zacken der Schokolade sind oben flach und verfügen somit über zwei Gipfel (englisch: «Peaks»). Eigentlich wollte Poundland die Schokolade wie den Hügel auf der Verpackung nennen, sagte Poundland-Managerin Tina Locklin dem Onlineportal «Mail Online». «Wrekin lässt sich aber nur schwer aussprechen, deshalb haben wir uns für Twin Peaks entschieden.»

Mondelèz dürfte am britischen Nachahmer wenig Freude haben. Gegenüber dem «Mail Online» und Nachrichtenagenturen wollte der US-Konzern aber keine Stellung dazu nehmen, ob das Unternehmen gegen das Konkurrenzprodukt juristisch vorgehen will.

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