Der Fall begann harmlos. Im Juli 2015 erhielt 
die Geldwäscherei-Meldestelle eine ganz gewöhnliche Verdachtsmeldung. Die Bundes­anwaltschaft (BA) ermittelte gegen den familien­geführten brasilianischen Baukonzern Odebrecht. 
Es ging um den Korruptionsfall, der mit Verfahren gegen den brasilianischen Ölkonzern Petrobras seinen Anfang nahm.

Im Februar 2016 kam der Durchbruch nach einer Durchsuchung in Genf. Die BA schaffte es, die Server mit zwei Millionen Dokumenten zu entschlüsseln. Damit war das System einer gigantischen schwarzen Kasse mitsamt Schattenbuchhaltung enthüllt. Ein Schweizer Datenbunker der Korruption.

Schnell, effizient und international koordiniert

So wurde Bundesanwalt Michael Lauber zum wichtigen Partner für die Justiz in Brasilien und den USA, die ebenfalls ermittelte. Lauber erledigte die ­Sache auf amerikanische Art – schnell, effizient und international koordiniert. Er hat den Hauptteil der Untersuchungen am 21. Dezember zusammen mit den amerikanischen und den brasilianischen Behörden per Strafbefehl gegen die beteiligten Unternehmen ab­geschlossen – mit der höchsten Strafe, die je in 
einem Korruptionsfall gezahlt wurde. 3,5 Milliarden Dollar muss Odebrecht zahlen. 200 Millionen Dollar gehen in die Schweiz.

Von der Öffentlichkeit unbemerkt, war der koordinierte Verfahrensabschluss auf Schweizer Initiative durch Verhandlungen mit den Odebrecht-Vertei­digern erreicht worden. Anwalt Peter Burckhardt von der Kanzlei Schellenberg Wittmer hat das Settlement mit der BA verhandelt. Das Verfahren gilt in Justiz­kreisen nun als Muster für künftige Grossfälle mit ­inter­­­na­tionaler Dimension.

Sehen Sie in der Bildergalerie unten, das «Who is who» der Schweizer Wirtschaftsanwälte:

Anzeige