Der Büro-Vermieter WeWork nimmt Kurs auf die New Yorker Börse. Der WeWork-Eigentümer The We Company reichte am Mittwoch die Unterlagen für den mit Spannung erwarteten Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Das zuletzt mit 47 Milliarden Dollar bewertete Startup weitete im ersten Halbjahr seinen Verlust um zehn Prozent auf 689,7 Millionen Dollar aus, während sich der Umsatz auf 1,54 Milliarden Dollar mehr als verdoppelte.

 

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Auf absehbare Zeit seien auf Konzernebene keine Gewinne in Sicht, warnte WeWork. Zum Volumen des milliardenschweren Börsengangs, der neben der Emission des Mitfahrdienstes Uber zu den grössten des Jahres zählen dürfte, schwieg sich WeWork aus.

WeWork expandiert rund um den Globus

WeWork mietet Immobilien langfristig an und vermietet Büroflächen an Firmen, Unternehmer und Start-Ups, die kurzlaufende Mietverträge abschliessen können. Damit hat WeWork das traditionelle Büro-Vermietgeschäft aufgemischt, in dem langfristige Mietverträge die Regel sind. Inzwischen ist das 2010 gegründete Unternehmen an 528 Standorten in 29 Ländern vertreten.

Doch die Expansion hat ihren Preis: Im vergangenen Jahr fuhr WeWork einen Verlust von fast zwei Milliarden Dollar ein. «Die durchschnittliche Umsatz je WeWork-Mitgliedschaft ist zurückgegangen und wird voraussichtlich weiter zurückgehen, während wir in billigeren internationalen Märkten expandieren», erklärte die Firma in den Unterlagen zum Börsengang.

«WeWork soll nur kommen»

Lesen Sie hier unser Interview mit dem Schweiz-Chef von WeWork-Konkurrent IWG, Garry Gürtler.

Die Investoren halten sich zurück

Möglicherweise muss WeWork bei der geplanten Aktienemission Abstriche bei der Bewertung machen. Angesichts des Handelsstreits zwischen den USA und China sind Investoren bei Börsengängen zurückhaltend. Auch die Erfahrungen mit anderen prominenten Börsenneulingen haben für Ernüchterung gesorgt. Die Uber-Aktie, die zu 45 Dollar ausgegeben wurde, notierte zuletzt bei 36 Dollar.

Begleitet wird der WeWork-Börsengang unter anderem von den Investmentbanken JP Morgan und Goldman Sachs.

(reuters/mbü)