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CD-Streit: UBS-Spur führt in die Karibik

Eine Tochter der UBS bietet zusammen mit Liechtensteiner Treuhändern Dienste in Singapur und Hong Kong an. (Bild: Keystone)

Nächster Akt im Steuerzwist: Deutsche Fahnder nehmen jetzt eine Tochterfirma der UBS mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln unter die Lupe. Auch die Royal Bank of Scotland steht unter Verdacht.

Von Leo Müller
am 23.08.2012

Deutsche Steuerfahnder haben eine Tochtergesellschaft der UBS im Visier, die Treuhänderdienste über ihre Vermögensverwaltungseinheiten in Singapur und Hong Kong anbietet. Dies berichtet BILANZ unter Berufung auf deutsche Justizkreise. Demnach haben Steuerfahnder in Nordrhein-Westfalen Dokumente über rund 1000 Kundendossiers der UBS in der Hand.

Die Ermittler untersuchen unter anderem die Geschäfte der Firma Corpboard Ltd., einer 100-prozentigen Tochterfirma der UBS, mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln in der Karibik. Die Firma bietet zusammen mit Liechtensteiner Treuhändern ihre Dienste in Singapur und Hong Kong bei der Einrichtung von Trusts und Stiftungen an.  Den Steuerfahndern ist zudem ein englischsprachiger Schulungsfilm der UBS in die Hände gefallen, der allerdings schon um das Jahr 2005 herum produziert worden sein soll.

Weitere 1000 Datensätze wurden gemäss BILANZ von einem Denunzianten aus der Coutts-Bank erworben. Die Tochter der Royal Bank of Scotland soll dabei im Verdacht stehen, den Kunden sogenannte «Zebra-Konten» eingerichtet zu haben. Mit diesem Trick wird ein «weisses» Konto korrekt in der Steuererklärung angegeben, während ein zweites, «schwarzes» Depot mit dem Löwenanteil der Vermögen vor dem Fiskus versteckt wird.

Von den CD-Käufen ist auch die Schweizer Tochter der amerikanischen Merrill Lynch betroffen, die von der Bank Julius Bär übernommen werden soll.  Diese Datensammlung soll wesentlich kleiner sein.

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der BILANZ, ab Freitag am Kiosk.

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