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Ertappt
Charles-Vögele-Chef nach wenigen Sekunden enttarnt

Armin Funk: Links als Praktikant, rechts als Boss. Screenshot RTL

Nach schlappen 20 Sekunden hat eine Verkäuferin von Charles Vögele ihren verkleideten Chef erkannt – und damit die Grundlage der RTL-Sendung «Undercover Boss» ruiniert. Trotzdem war es gute PR.

Veröffentlicht am 03.02.2016

Am Montagabend war die Schweizer Firma Charles Vögele Star der RTL-Sendung «Undercover Boss». Der Deutschland-Geschäftsführer des Modehauses, Armin Funk, schlich sich als Praktikant in sein Unternehmen ein, um unerkannt an der Basis zu schnuppern.

Doch der Spass währte nicht lange, nach nur 20 Sekunden hatte eine Mitarbeiterin den Chef bereits enttarnt. Die Verkäuferin erkannte Funk trotz Schlabberlook und extra für die Sendung wachsengelassenem Bart. So schnell war ein «Undercover Boss» bisher noch nie aufgeflogen. Doch während sich die clevere Angestellte amüsierte, fing sich der verunsicherte Chef schnell und die Sendung nahm ihren normalen Lauf.

Ausflug in die Schweiz

Erfolgreicher war Funk in der Schweiz. Unter dem Namen Stefan Möller schleuste sich der Chef nicht nur in das Verkaufsgeschäft im deutschen Schwäbisch Hall ein, sondern machte auch einen Abstecher nach Pfäffikon. Im Logistiklager musste er sein Können beim Kleiderfalten unter Beweis stellen – und blieb unerkannt.

Die RTL-Show bot Charles Vögele – wie so üblich für die beteiligten Firmen – eine gute Bühne, um das Unternehmen möglichst sympathisch zu präsentieren und bekannt zu machen. Chefs sollen durch die Geheimmissionen ihr Unternehmen besser kennenlernen und möglicherweise neue Inputs für ihre Strategie zu finden.

Langer Atem ist gefragt

Gerade bei Charles Vögele wären neue Ideen sehr gefragt, denn das Unternehmen steckt tief in der Krise. Für 2015 werden erneut rote Zahlen erwartet, das vermeldete Charles Vögele bereits im vergangenen November. Bisher brachte die Turnaround-Strategie nicht den gewünschten Erfolg. Kein Grund aufzugeben, wie CEO Markus Voegeli im Interview mit der «Handelszeitung» festhielt: «Wir sind in einem Marathon, das ist kein Kurzstreckensprint.»

(jfr)

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