Die Weltkugel rotiert majestätisch, die News-Fanfare erklingt dramaschwanger: Ja, so muss eine News-Sendung beginnen. Und so beginnt auch die Einstiegssequenz der TV-Nachrichtensendung «Chicorée News».

Doch dabei handelt es sich aber nicht um eine Darbietung aus der Salatwelt, sondern um einen Online-TV-Sender, den der Schweizer Modehändler Chicorée jüngst ins Leben gerufen hat.

Firmeninhaber als TV-Moderator

Als Anchorman wirkt der Chicorée-Inhaber Jörg Weber himself. Man sendet aus einem Studio am Firmenhauptsitz in Dietikon, je nach News-Lage täglich oder auch weniger oft. «Wir haben das für unsere über 850 Angestellten aufgebaut», sagt Weber, «der Run ist gross, das Personal ist sehr empfänglich für die Sendung.»

Thematisiert wird Politisches und Medizinisches zu Covid-19, es gibt Einblicke in Firmenaktivitäten und einen Ausblick aufs Wetter. Distribuiert werde auf neuen Wegen, sagt Weber: «Chicorée News kommt über die firmeneigene Family-App zu den Leuten.»

Offline-Evangelist setzt weiter auf stationäre Läden

Als Modehändler, der ohne Webshop unterwegs ist und einzig auf das Einkaufserlebnis im Laden setzt, ist Chicorée besonders hart vom Lockdown betroffen. Der Entscheid, keinen Webshop zu betreiben, sei für die Firma aber weiterhin richtig, sagt Offline-Evangelist Weber: «Die Lust auf Mode ist momentan nicht spektakulär gross.»

Tatsächlich zeigen aktuelle Entwicklungen – etwa beim Online-Primus Zalando –, dass sich Corona negativ aufs Online-Shopping im Segment Mode auswirken kann. Was Chicorée-Inhaber und Neo-Anchorman Jörg Weber in seiner Strategie bestätigt: «Reales Lädele ist und bleibt die emotionalere Sache.»