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China schnappt sich einstige Sulzer-Diesel-Technik

Flugzeugträger Queen Elizabeth der Royal Navy: Drin steckt Winterthurer Technik   Royal Navy

Der grösste chinesische Schiffsbauer CSSC legt das Dieselmotorengeschäft mit dem der finnischen Wärtsilä zusammen. Der Haupsitz des neuen Unternehmens wird Winterthur sein.

Veröffentlicht am 18.07.2014

Die heutige Besitzerin des in Winterthur ansässigen ehemaligen Sulzer-Bereichs Dieselmotoren, die finnische Wärtsilä, gründet als Juniorpartnerin ein Gemeinschaftsunternehmen mit CSSC. Die neue Firma wird die Zweitakt-Schiffsmotorensparte übernehmen und die Bereiche Technologie, Marketing und Vertrieb umfassen.

Die Verantwortung für den Kundendienst und die Wartung der Zweitakt-Motoren, die vor allem bei grösseren Frachtschiffen zum Einsatz kommen, blieben bei Wärtsilä, wie das Unternehmen mitteilte. Das Gemeinschaftsunternehmen werde den Hauptsitz in Winterthur behalten und das Management bleibe unverändert, erklärte der Spartenmanager Martin Wernli auf Anfrage.

Noch rund 450 Stellen in Winterthur

Ein Stellenabbau sei nicht geplant. Wärtsilä hatte im Februar angekündigt, weltweit rund 1000 Stellen, davon 54 in Winterthur, zu streichen. Damit verblieben noch rund 450 Stellen in Winterthur. Der Bau von Schiffsmotoren war dort bereits Ende der 1980er-Jahre eingestellt worden.

Die Motoren wurden fortan ausschliesslich durch Lizenznehmer hergestellt, einer davon war seit 1978 die Vorgängerfirma der 1999 gegründeten China State Shipbuilding Corporation (CSSC). Die ehemalige Dieselmotorensparte von Sulzer gehört seit 1997 zu Wärtsilä.

Chinesische CSSC dominiert

CSSC übernimmt am neuen Gemeinschaftsunternehmen 70 Prozent, Wärtsilä wird mit 30 Prozent beteiligt sein. Der Wert der Transaktion, die im ersten Quartal 2015 abgeschlossen sein soll, wird auf etwa 46 Mio. Euro beziffert. Zudem erhält die Stadtregierung von Shanghai die Option, sich am Anteil von CSSC zu beteiligen.

In das Gemeinschaftsunternehmen werden die Eigentumsrechte an der Zweitakt-Motorentechnologie von Wärtsilä eingebracht. Ziel ist, das Portfolio der Zweitakt-Motoren weiterzuentwickeln und den Vertrieb auszubauen. Mit der staatlichen CSSC erhalte die Sparte einen privilegierten Zugang zum grössen Markt für grosse Handelsschiffe, erklärt Wernli.

CSSC ist ein Konglomerat

Das CSSC-Konglomerat ist in Schiffbau, Schiffsreparatur, Herstellung von Bordausrüstung sowie Schiffsdesign und -forschung tätig. Tochterunternehmen liefern Tankschiffe, Containerschiffe, Passagierfähren, selbstentladende Schiffe, Deckmaschinerie, Rettungsboote, Dieselmotoren und Anker. Das Unternehmen baut zudem Kriegsschiffe für die chinesische Marine. Darüber hinaus exportiert CSSC Schiffe und andere Produkte in die ganze Welt.

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