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Akquisition
Chinesische Investoren kaufen Infront

Dalian Wanda: Die Gruppe bezahlt mehr als eine Milliarde für Infront. Keystone

Mehr als eine Milliarde bezahlt eine chinesische Investorengruppe für den Schweizer Sportrechte-Vermarkte Infront. Es ist nicht das erste Investment der stark expandierenden Gruppe.

Veröffentlicht am 10.02.2015

Der Schweizer Sportrechte-Vermarkter Infront Sports & Media AG hat einen neuen Besitzer gefunden. Die chinesische Dalian Wanda Group teilte mit, sie habe sich darauf geeinigt, mit einer Investorengruppe 1,05 Milliarden Euro für Infront zu bezahlen.

Dalian Wanda wird demnach 68,2 Prozent der Infront-Anteile halten. In der Mitteilung, die von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert wurde, sind die restlichen Teilhaber nicht genannt. Dalian Wanda ist Chinas grösster Immobilienkonzern und hält die grösste Kino-Kette.

Seit Monaten auf Käufersuche

Im vergangenen September war bekannt geworden, dass das Schweizer Unternehmen Infront mit Sitz in Zug nach drei Jahren einen neuen Eigentümer suche, um an frisches Geld für seine Expansionsstrategie zu gelangen. Der Finanzinvestor Bridgepoint hatte Infront vor über drei Jahren gekauft, in Finanzkreisen war der Preis damals auf gut 550 Millionen Euro taxiert worden.

Die Übernahme durch Dalian Wanda fällt in eine Phase der aggressiven Überseeexpansion der chinesischen Gruppe, die sich mit einer Reihe von Zukäufen diversifiziert. Das Konglomerat hat seit Anfang Jahr drei grosse Investitionen ausserhalb von China angekündigt. In Europa machte die Akquisition des Madrider Wahrzeichens «Edificio España» im vergangenen Juni Schlagzeilen. Das 117 Meter hohe Gebäude in der spanischen Hauptstadt wurde von einer Dalian-Tochter erworben.

Einst ein grosser Player

Der Sportrechte-Vermarkter Infront war 2002 von der Unternehmerin Nicole Junkermann und dem 2009 verstorbenen ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus aus dem zerfallenden Imperium von Leo Kirch herausgekauft worden. Vor der Übernahme durch Bridgepoint hatte der Kaffee-Erbe Andreas Jacobs die Mehrheit der Anteile gehalten.

Infront hatte anfangs vor allem vom Verkauf der Rechte an grossen Turnieren des Welt-Fussballverbandes Fifa an Fernsehsender gelebt. Philippe Blatter ist der Neffe von Fifa-Präsident Sepp Blatter. Das Unternehmen hat sein Spektrum aber inzwischen verbreitert, etwa auf die Weltcup-Wettbewerbe in sechs Wintersportarten und Motorsport-Rennserien.

(sda/ise/chb)

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