Edamame, Sashimi, Futomaki: Dass sich die Schweizer Konsumenten auskennen in der japanischen Kulinarik, hat viel mit einem hiesigen Unternehmen zu tun: Die Schweizer Gastro-Gruppe Two Spice hat mit ihrem Restaurant- und Take-Away Konzept Yooji’s erfolgreiche Aufbau-Arbeit auch fürs normale Portemonnaie geleistet.  

An aktuell 14 Schweizer Standorten ist Yooji’s präsent, darunter auch an der Bahnhofstrasse in Zürich. Jüngst kündigte die Firma zudem an, ab 2020 auch im Projekt «The Circle» am Flughafen Zürich-Kloten präsent zu sein.

Coop steigt ein

Jetzt erhält die Yooji's-Mutterfirma Two Spice, zu der unter anderem auch die Marken Jack & Jo (Slow-Food-Burger) und Nooba (asiatische Küche) gehören, einen neuen Teilhaber. Der Detailhändler Coop beteiligt sich an Two Spice, wie am Hauptsitz in Basel bestätigt wird: «Diese Information ist korrekt», sagt Coop-Sprecher Ramon Gander. Zur Höhe der Beteiligung äussert sich Coop nicht detailliert, es handle sich dabei um eine Minderheitsbeteiligung.

Damit steigt Coop bei einer Gastro-Gruppe aus der Schweizer Top-20-Liste ein. Branchenkenner beziffern den Umsatz der 1990 gegründeten Two-Spice-Gruppe bei etwas über 70 Millionen Franken.  

Aufholjagd gegen Migros

Mit diesem Schritt kann Coop der Migros etwas Paroli bieten. Während sich die Migros mit der Übernahme der Molino-Kette und dem gesunden Fastfood-Verpfleger Hitzberger (beide heute Genossenschaft Zürich) und dem Aufbau der Poulet-Kette Chickeria (Migros Ostschweiz) zunehmend stärker in Position bringen konnte, war Coop öfters vom Pech verfolgt.

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Seit der Übernahme der Schweizer Marché-Restaurants im Jahr 2014 brachten die Basler nichts mehr richtig zum Fliegen. Coop scheiterte mit dem Vorhaben, die Pizza-Kette «Da Giovanni» in der Schweiz zu etablieren. 2016 wurde zudem bekannt, dass ein geplantes neues Konzept mit der Bindella-Kette wegen unterschiedlicher Vorstellungen nicht abheben konnte.   

«Triple-A-Deal für beide Seiten»  

Dass sich Coop an Two Spice beteiligt, sieht der Gastronomie- und Hotellerie-Berater Peter Herzog als «Triple-A-Deal» für beide Seiten: «Coop holt so mit einem grossen Schritt den Gastronomie-Rückstand auf die Migros auf; für die Two-Spice-Gruppe gibt es massiv Schub für Innovationen, Expansion und den Zugang zu neuen Standorten.» Verbunden mit der nötigen finanziellen Unterstützung könnte das Coop-Engagement auch ein erster Schritt in Richtung Nachfolgeregelung bei der Two-Spice-Gruppe sein, glaubt Herzog.  

Beim reinen Gastro-Engagement belassen es die Basler aber nicht. Gemäss firmennahen Kreisen wird Coop zudem für ihre Supermärkte Sushi-Spezialitäten von der Two-Spice-Gruppe beziehen. Das soll sich offenbar ab Sommer in den Sortimenten zeigen.