Es ist das Prestigeprojekt der Credit Suisse: die Bildung der eigenständigen Swiss Universal Bank. Nun sind die Verwaltungsräte der Tochter bekannt: Als Präsident ist ­Alexandre Zeller vorgesehen, Präsident der Schweizer Börse SIX. Nebst ihm stammt nur einer der Räte nicht aus dem Mutterkonzern: Peter Derendinger, CEO des Private-Equity-Verwalters Alpha Associates. Alle anderen stehen auf der Payroll der CS Group: Urs Rohner ist dort Präsident, Alexander Gut, Andreas Koopmann und Severin Schwan sind im VR, Tidjane Thiam wirkt als CEO. Zeller wiederum soll an der Generalversammlung 2017 in den VR der Gruppe einziehen.

Noch ist die CS (Schweiz) AG eine hundertprozentige Tochter der Gruppe. Doch bis Ende 2017 sollen 20 bis 30 Prozent an die Börse gebracht werden. Dann wird es wichtig sein, Unabhängigkeit zu beweisen – dem Präsidenten kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

Unabhängigkeits­gedanken nach dem Swiss Code of Best Practice

Umso problematischer ist, dass Zeller auch in den CS-Gruppen-­VR kommen soll. Denn das widerspricht dem Unabhängigkeits­gedanken nach dem Swiss Code of Best Practice des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse. Zu diesem verpflichtet sich die CS auf ihrer Website ausdrücklich. Mehr noch: Die Bank selber war Mitglied der Arbeitsgruppe des Vorgängerberichts aus dem Jahr 2002.

Laut dem Kodex gelten Verwaltungsräte als unabhängig, wenn sie «mit der Gesellschaft in keinen oder nur verhältnismässig geringfügigen geschäftlichen Beziehungen stehen». Die Einsitznahme im VR der Mutter «müsste vom Sinn her auch zählen», sagt Professor Peter Forstmoser, Mitglied des Arbeitsausschusses des Swiss Code of Best Practice.

Die Richtlinien legen auch fest, dass die Mehrheit der VR-Mitglieder unabhängig sein muss. Doch das wäre nur eines von sieben Mitgliedern der Swiss Universal Bank. CS-Insider verweisen auf die Möglichkeit, dass sich bis zum IPO noch Veränderungen im VR ergeben können. Dass diese Zeller betreffen, ist wenig wahrscheinlich: Er dürfte kaum seinen Job bei der SIX aufgeben, um als Übergangslösung zu wirken. Lohnmässig dürfte sich der Schritt für ihn lohnen: Mit einer Marktkapitalisierung von rund zehn ­Milliarden Franken läge die CS Schweiz etwa auf der Höhe einer Bank Bär. Dort verdient der Präsident rund eine Million Franken.

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Swiss Code of Best Practice,
 Ziffer 14:
«Als unabhängig gelten nicht-exekutive Mitglieder des Verwaltungsrats, welche der Geschäftsführung nie oder vor mehr als drei Jahren angehört haben und die mit der Gesellschaft in keinen oder nur verhältnismässig geringfügigen geschäftlichen Beziehungen stehen.»