Die Credit Suisse ist zum Jahresbeginn in den roten Zahlen stecken geblieben. Im ersten Quartal erlitt die zweitgrösste Schweizer Bank einen Reinverlust von 302 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte die CS noch einen Reingewinn von 1,054 Milliarden Franken erzielt.

Damit hat die CS nun zwei Quartale hintereinander Defizite eingefahren. Im Schlussquartal 2015 hatten Abschreiber, Restrukturierungskosten und Rechtsstreitigkeiten dem Geldhaus einen happigen Verlust von 5,8 Milliarden Franken eingebrockt. Das es auch anders geht, zeigt die UBS: Die Konkurrentin machte im ersten Quartal 2016 einen Gewinn von 707 Millionen Franken und konnte sich damit sogar gegenüber dem letzten Quartal steigern.

Der Verlust bei der CS war jedoch geringer als erwartet: Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Reinverlust von 474 Millionen Franken gerechnet. «Zwar waren im März und April erste Anzeichen einer vorläufigen Erholung der Aktivität zu erkennen, ungünstige Marktbedingungen und niedrige Kundenaktivität dürften jedoch auch im zweiten Quartal 2016 und möglicherweise darüber hinaus fortbestehen», warnte Konzernchef Tidjane Thiam. Im Vorjahr hatte ein brummendes Handelsgeschäft die Erträge noch sprudeln lassen und zu einem Gewinn von 1,05 Milliarden Franken geführt.

3500 Stellen bereits abgebaut

Dass die Bank im ersten Quartal einen erneuten Verlust hinnehmen muss, ist keine Überraschung. Ende März hatte Konzernchef Tidjane Thiam die Öffentlichkeit bereits vor «leicht» roten Zahlen gewarnt und gleichzeitig den Sparkurs verschärft. Bis Ende 2016 will die Bank weitere 2000 Stellen streichen, womit sich die Gesamtzahl der geplanten Stellenkürzungen von 4000 auf 6000 erhöht.

Davon seien bis 10. Mai bereits 3500 Stellen abgebaut worden, teilte die Credit Suisse in einem Communiqué mit. Das entspreche 58 Prozent der Zielsetzung. Ein guter Teil der Arbeitsplätze wird in der Investmentbanksparte Global Markets gestrichen. Hier wurden bis zum 10. Mai bereits über 1000 Stellen abgebaut.

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Investmentbank in Verlustzone

Von den Sparten her konnte die Credit Suisse den Vorsteuergewinn nur in der internationalen Vermögensverwaltung steigern, während die Schweizer Universalbank stagnierte. Die Sparte Global Markets erlitt dagegen einen Vorsteuerverlust von 635 Millionen Franken nach einem Gewinn von 842 Millionen Franken vor einem Jahr.

Besonders schlecht lief es im Auftaktquartal im riskanten Investmentbanking. Im Handelsgeschäft verbuchte Credit Suisse einen Vorsteuerverlust von 635 Millionen Franken - nach einem Gewinn von 842 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum. Wie die UBS, die Deutsche Bank und die meisten anderen Konkurrenten leidet auch die Credit Suisse unter einem schwierigen Umfeld. Die heftigen Schwankungen an den Börsen und der Rohstoffpreise haben vielen Anlegern die Lust auf Transaktionen verdorben. Dazu kommen die rekordtiefen Zinsen, die die Gewinne der Institute weiter drücken. «Im ersten Quartal 2016, insbesondere im Januar und Februar, war die Situation an den Märkten so schwierig wie selten zuvor», erklärte die Credit Suisse. «Volumen und Kundenaktivität verzeichneten einen drastischen Einbruch.»

Hinter der Konkurrenz

In der Vermögensverwaltung, wo die Zürcher weltweit die Nummer vier sind, sammelte die Bank bei reichen Privatkunden in Asien, der Schweiz und dem internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft rund 14 Milliarden Franken an neuen Geldern ein.

Bei der Kapitaldecke hinkt Credit Suisse vielen Konkurrenten hinterher. Trotz einer milliardenschweren Kapitalerhöhung im vergangenen Herbst kommt die Bank immer noch nur auf eine Kernkapitalquote von 11,4 Prozent. Erzrivale UBS kommt hier auf 14 Prozent. Mit einem für das kommende Jahr geplanten Teil-Börsengang des Schweiz-Geschäfts will Thiam die Bilanz weiter aufpolstern.

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(sda/awp/reuters/ccr)

Welche Bedeutung das Schweiz-Geschäft für die CS hat, wie gut die Swiss Universal Bank in Richtung IPO unterwegs ist und warum die Kapitalbasis keine Gefährdung der Dividende darstellt, dies erläutert Thiam im Video-Interview: