Langjähriger Novartis-Sonnenkönig, Spitzenverdiener, erfolgreicher Biotech-Investor: Das Leben des Daniel Vasella ist – trotz langjähriger Kritik an seinen Millionen-Salärtüten – reich an Höhepunkten. Jüngst aber musste der erfolgsverwöhnte Wirtschaftskapitän eine Niederlage einstecken.

Vasella, seit seinem Abgang bei Novartis auch als Farmer und Rinderzüchter in Uruguay aktiv, liess vor zwei Jahren beim Institut für Geistiges Eigentum (IGE) die Marke «1901, Uruguay Black Angus» eintragen. Klarer Fall: Der Neo-Rindfleischzüchter reservierte sich so Namen und Signet, um Rindfleisch aus Uruguay auf den Markt zu bringen.

Bei Jamón Serrano hört der Spass auf

Doch da hatte Vasella die Rechnung ohne den spanischen Charcuterie-­Giganten Comapa gemacht. Das Unternehmen aus Madrid ist unter anderem bekannt für seinen Serrano-Schinken der Marke 1901. Spanier sind zwar für manchen Scherz zu haben – aber wenn es um ihren Jamón Serrano geht, hört der Spass auf. Und der Disput, mindestens im Falle Va­sella, begann.

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Das IGE musste sich mit dem Fall 1901 versus 1901 befassen. Oder, markenspezfischer: «Wechselwirkung zwischen Ähnlichkeit und Gleichartigkeit.» Die Spanier obsiegten in diesem Brand-Battle und erhielten Recht.

Logo von Vasella-Beef & Jamon Serrano

Die Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Marken lässt sich kaum leugnen.

Quelle: ZVG

Aufgrund der «starken Ähnlichkeit zwischen den Zeichen», hiess es im Urteil, «wird davon ausgegangen, dass in diesem Fall die Gefahr besteht, dass der Verbraucher dazu veranlasst wird, die Zeichen miteinander in Verbindung zu bringen oder zu verwechseln. Dem Widerspruch Nr. 100387 wird daher stattgegeben.» Oder, etwas kürzer: Spanischer Schinken schlägt Vasella-­Beef.

In der Folge liess Vasella seine Marke 1901 löschen. Er hat aber noch einen Markentrumpf im Ärmel: Neben der inkriminierten Jahreszahl liess er 2018 auch die Marke Cielo & Verde Uruguay Angus (Zweck: «Rindfleisch uruguay­ischer Herkunft») schützen, die weiterhin aktiv ist.

Ob, wie und wann diese Marke lanciert wird und wie man den 1901-Disput sieht, wollte das Büro Va­sella auf Anfrage nicht kommentieren.