Wussten Sie, dass E-Zigaretten Daten erheben und weiterleiten? Oder wussten Sie, dass 90 Prozent der Umsätze aus der Aufsichtsprüfung für die Schweizer Finanzinstitute an die Big-Four-Beratungsgesellschaften Deloitte, EY, KPMG und PwC gehen?

Mehr darüber erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der « Handelszeitung» – ab Freitag am Kiosk. Oder bei Ihnen zuhause.

Philip Morris zeichnet Daten von E-Zigaretten-Nutzern auf

Der Tabakkonzern Philip Morris sammelt Daten der Konsumenten mittels E-Zigaretten. Das diene der «Verbesserung des Produkts und zum besseren Verständnis von Fehlfunktionen», sagt ein Sprecher. Wie Recherchen der «Handelszeitung» zeigen, sind die E-Zigaretten mit einem Chip ausgestattet, der in Kombination mit einem Smartphone die detaillierte Erhebung von Informationen darüber ermöglicht, wie, wo und wann die E-Zigarette genutzt wird.

Philip Morris betont, dass die Datenschutzgesetze eingehalten und Geodaten weder gespeichert noch verarbeitet würden. 

Private Prüfer: IWF und Finma fordern Regimewechsel

Der Internationale Währungsfonds (IWF) kritisiert das Schweizer Regime der Bankenaufsicht. Er fordert, dass die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Prüfgesellschaften wie Deloitte, EY, KPMG und PwC direkt mandatiert und bezahlt für die reguläre Aufsichtsprüfung bei Banken und Versicherungen. Bislang tun dies die beaufsichtigten Finanzinstitute selbst, was Paul Mathieu in der «Handelszeitung» kritisiert, der für den IWF den Schweizer Finanzsektor begutachtet hat.

«Man kann den Anschein von Einflussnahme auf Audits und Interessenkonflikte erkennen», sagt IWF-Mann Mathieu, der von einer Konzentration bei den Auditkonzernen spricht.

Die Good Practice verlange aber, dass die Aufseher für alle Aufsichtstätigkeiten voll verantwortlich seien. Auch die Finanzmarktaufsicht selbst hält die IMF-Empfehlung für «sinnvoll»: «Dies würde aber die Anpassung des gesetzlichen Rahmens bedingen und die nötige politische Unterstützung voraussetzen.»

Private Prüfkonzerne verdienen hierzulande jährlich über 110 Millionen Franken mit regulären Aufsichtsprüfungen bei Finanzinstituten, vornehmlich bei Banken. Gemäss Finma gehen über 90 Prozent der Umsätze aus der Aufsichtsprüfung an die Big-Four-Beratungsgesellschaften Deloitte, EY, KPMG und PwC.

Swiss-Kommerzchef: Kein Greta-Effekt spürbar

Trotz verschärfter Klimadebatte spürt die Fluggesellschaft Swiss keinen Rückgang bei den Flugbuchungen. Swiss-Kommerzchef Tamur Goudarzi Pour sagt im Interview mit der «Handelszeitung»: «Wir sehen derzeit keinen expliziten Greta-Effekt, also dass Menschen weniger fliegen. Wir glauben auch, dass das weltweite Mobilitätsbedürfnis weiter steigen wird.»

Zudem investiere Swiss 8 Milliarden Franken in treibstoffeffiziente Flugzeuge, das reduziere die CO2- und Lärmemissionen. «Aber auch ein effizienteres System bei der Flugsicherung mit optimierten Flugrouten würde diesbezüglich helfen. Darüber hinaus kann jeder einzelne mittels entsprechender Kompensationsmöglichkeiten seinen Beitrag dazu leisten», so Tamur Goudarzi Pour. 

Mit Blick auf die geplante Premium-Economy-Class, die es bei der Swiss ab dem Jahr 2021 geben wird, sagt der Swiss-Kommerzchef, dass das neue Angebot nicht die Business-Class kannibalisieren werde: «Die Erfahrung zeigt eindeutig, dass es überwiegend Fluggäste aus der Economy-Class mit dem Wunsch nach mehr Komfort sind, die das buchen.» Zudem berichtet Tamur Goudarzi Pour darüber, dass die Airline an einer neuen Business-Class arbeite.
 

Kein Interesse an Frauen: Pharmaindustrie vernachlässigt die Gynäkologie

Die Frauengesundheit läuft bei der Entwicklung neuer Medikamente zunehmend auf Sparflamme. Vor allem bei den Indikationen rund um Schwangerschaft und Geburt tut sich kaum etwas in den Laboren der Pharmaindustrie. Doch auch bei den Hormonen gibt es kaum mehr Weiterentwicklungen.

Die Ärzteschaft ist alarmiert. «Wenn die Industrie so weitermacht, dann haben wir in ein paar Jahren ähnliche Defizite in der Gynäkologie wie bei den Antibiotika», sagt Bruno Imthurn, Direktor der Klinik für Reproduktions-Endokrinologie am Unispital Zürich, gegenüber der «Handelszeitung».

Besonders dramatisch ist die Situation in der Geburtshilfe. So gibt es etwa keine Medikamente zur Verhinderung von Frühgeburten. Ausgerechnet hier werden deshalb immer mehr Medikamente ausserhalb der Indikationen verschrieben, für die sie zugelassen sind. Das führe zu Unsicherheiten, warnt Olav Lapaire vom Unispital Basel