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Die Hälfte der Eigenheimbesitzer hat zu wenig Eigenkapital für die Krise

Im Jahr 2018 hat die Hälfte der Immobilienkäufer Eigenkapitalanteil von weniger als 26 Prozent ausgewiesen. Das reicht bei weitem nicht, um in einer Immobilienkrise solvent zu bleiben. Berechnungen der «Handelszeitung» zeigen, dass mindestens 50 Prozent Eigenkapital nötig wären, um eine ähnlich starke Krise zu überstehen, wie die Schweiz sie in den 1990er Jahren erlebte. Dabei ist statistisch davon auszugehen, dass so ein Crash etwa alle zwanzig Jahre eintritt.

Bei der derzeitigen Quote der Eigenkapitalfinanzierung würde eine solche Krise dazu führen, dass nicht nur sehr viele Eigenheimbesitzer, sondern auch die Banken in Schwierigkeiten geraten könnten. Ein Stresstest der Finanzmarktaufsicht dazu ergab, dass rund die Hälfte der getesteten Banken unter die Schwelle der jeweils geltenden Kapitalanforderungen fallen würden. Das heisst: Sie müssten neues Kapital auftreiben, um nicht bankrott zu gehen. 

Airport-Ranking: Singapore Changi gewinnt, Zürich ist top in Europa

Im jährlichen Airport-Ranking der «Handelszeitung» erzielt Singapore Changi den ersten Platz, vor Tokio-Haneda und Hong Kong. Der Flughafen Zürich kommt auf den vierten Platz und ist damit der beste Anbieter in Europa. Der Sieger-Airport in Singapore kann nicht nur mit vielen Shops und Restaurants auftrumpfen; auch das Ankommen, Umsteigen und Abfliegen funktioniert hier besonders reibungslos und dauert oftmals weniger als 30 Minuten. Viele Prozesse, wie etwa beim Abflug, sind weitgehend automatisiert, dazu gehören der Einsatz von Technologien zum Fingerabdruck und zur Gesichtserkennung.

Tokio-Haneda hingegen kann im Ranking (Platz 2) mit einer guten Anbindung an Züge und Busse punkten. Der Flughafen Zürich ist der beste Flughafen ausserhalb Asiens und kann mit tadelloser Sauberkeit und guter ÖV-Anbindung überzeugen. Kritik in Kloten gibt es allerdings zur häufig langwierigen Gepäckausgabe und der verwirrenden Bezeichnung der drei Teminals A, B/D und E sowie zum Fehlen von Trinkbrunnen in den Gate-Bereichen. 

Grundlage der Erhebung sind eine Umfrage bei 67 Schweizer Vielfliegern und Aviatikexperten, die Wertungen relevanter Fachpublikationen und Reiseportale sowie 50 Airport-Tests der «Handelszeitung» in den vergangenen Monaten.

Online-Händler Otto verschiebt Schweiz-Start

Der deutsche E-Commerce-Anbieter Otto verschiebt seinen Schweizer Start. «Wir müssen unseren Schweizer Start, den wir für 2019 geplant hatten, verschieben», sagt Harald Gutschi, Geschäftsführer der österreichischen Otto-Tochter Unito, die für die Otto-Geschäfte in Österreich und der Schweiz zuständig ist. «Wir können in der Schweiz frühestens 2020, eher aber 2021 starten.» 

Grund für die Verzögerung ist der Namensstreit, den sich die Deutschen mit dem hiesigen Discounter Otto’s liefern. Für den Schweizer Online-Einstieg unter der Marke Otto, sagt Gutschi, «scharren wir seit zwei Jahren mit den Hufen. Aber bevor wir starten können, muss die Rechtslage geklärt sein.»

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Peter Spuhlers möglicher Börsengang: Aebi Schmidt Gruppe


Peter Spuhler könnte – nach Stadler Rail – bald eine nächste Firma an die Schweizer Börse bringen. Es geht um die Aebi-Schmidt-Gruppe. Die Firma baut Landmaschinen unter der Marke Aebi sowie Reinigungsfahrzeuge für Innenstädte und Flughäfen. In zwei bis drei Jahren könnte die Zeit reif sein für ein IPO, sagen Investmentbanker. Dann dürfte der Umsatz der Gruppe bei 600 bis 700 Millionen Euro liegen. Der Wert der Firma wird bei einem Börsengang auf rund 400 Millionen Euro geschätzt.

Zu einem möglichen Börsengang sagt Aebi-Schmidt-Sprecher Thomas Schiess: «Längerfristig betrachtet kann ein Initial Public Offering (IPO) eine Option sein, sofern es zur Erreichung der strategischen Ziele beitragen kann.» Spuhler ist Mehrheitsaktionär der Firma. Nach einem Zukauf in den USA ist sie weltweiter Marktführer bei Flughafen-Reinigungsmaschinen. Auch in Zürich-Kloten kommt die Firma zum Zug.

Sorgen bereitet dagegen der Geschäftszweig Landmaschinen. Die Traditonsmarke Aebi muss die Rendite steigern. Im Verlauf dieses Jahres wird der Standort Hochdorf LU aufgehoben und im Gegenzug der Hauptstandort Burgdorf BE gestärkt. 
 

Kritik an Plänen zur Überbrückungsrente

Der bekannte Basler Arbeitsökonom George Sheldon äussert sich kritisch zur sogenannten Überbrückungsrente für über 60-jährige Arbeitslose. Pläne zu dieser Sozialleistung hat der Bundesrat in die Vernehmlassung geschickt.

Eine solche Überbrückungsrente würde falsche Anreize setzen, sagt er zur «Handelszeitung». «Offeriert der Staat neu eine solche finanzielle Unterstützung, wird sich dies auf das Verhalten der Arbeitgeber auswirken: Sie werden sich tendenziell weniger verpflichtet fühlen, für die Zeit nach der Entlassung der älteren, langjährigen Arbeitnehmer vorzusorgen.»

Auch die Rolle der Sozialämter hinterfragt Sheldon: «Als Sozialvorstand einer Gemeinde hätte ich Interesse daran, dass der Bund die Überbrückungsrente einführt.» Mit einer solchen Sozialleistung würden Gemeinden und Städte «weniger Anreiz haben, ältere Ausgesteuerte beruflich zu integrieren». Die Verantwortung würde «einfach auf eine höhere Ebene abgeschoben».

Barry Callebaut: «Vegan hebt ab»

Antoine de Saint-Affrique widerspricht Ernst Tanner von Lindt & Sprüngli: Der hatte Ruby, die neue Schokolade aus dem Hause Barry Callebaut, als «geschmacklich nicht überzeugend» bezeichnet. Die Volumina seien ziemlich gut, das Produkt bereits in mehr als fünfzig Ländern erhältlich, sagt de Saint-Affrique. Auch von seiner veganen Schokolade ist er, anders als die Konkurrenz aus Kilchberg, überzeugt: «Vegan war lange ein Nischenthema, nun hebt es ab.»

Der 54-jährige Chef des Schokoladengiganten Barry Callebaut setzt auf Asien. Dort hätten viele Menschen, eine wachsende Mittelschicht und einen tiefen Pro-Kopf-Konsum und auch das Potenzial fürs Outsourcing sei «riesig», sagt er.

HZ