Das Flaggschiff der Zürcher Kantonalbank (ZKB) sticht nach vier Jahren in See. Im Herzen von Zürich, an der Bahnhofstrasse 9, wird der neue Hauptsitz am Montag offiziell eröffnet. 200 Millionen Franken hat das Institut in die Sanierung gesteckt. Federführend war das Basler Architekturbüro Jessen Vollenweider.

Damit endet auch das Exil des bronzenen Panzernashorns. Das Maskottchen der Volksbank stand während der Umbauphase im Zürcher Zoo. Nun findet die Skulptur des Zürcher Künstlers John A. Tobler wieder zurück an die Bahnhofstrasse. Das Rhinozeros steht aber nicht mehr neben dem Haupteingang, sondern trampelt ein paar Meter Richtung Paradeplatz und weiter raus aufs Trottoir – ein Zeichen für Selbstbewusstsein, ein Zeichen, dass die Bank in den letzten Jahren einen Schritt auf die Grossen zugemacht hat.

Explodierende Bilanzsumme

Das belegen auch die Zahlen: Die Bilanzsumme der ZKB ist seit 2010, als die Bank mit dem Umbau begonnen hat, um 25 Prozent gestiegen. Ende 2014 belief sich die Summe aller Aktiva auf knapp 160 Milliarden Franken. Die Kundengelder stiegen um über 20 Prozent. Verwaltete die ZKB 2010 noch Vermögen in Wert von 165 Milliarden Franken, waren es vier Jahre später bereits 200 Milliarden.

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Den Personalbestand reduzierte die Bank derweil: Ende 2010 beschäftigte die ZKB – teilzeitbereinigt – knapp 5000 Personen. Ende 2014 waren es nur noch 4844. Mit dem Personalabbau einher dampfte die Bank auch die Zahl der Geschäftsstellen ein: Ende 2010 lag deren Zahl noch über 100, 2014 darunter.

Keine Schalter mehr

Mit der Eröffnung des Neubaus kommt jetzt immerhin wieder eine sanierte Geschäftsstelle hinzu. Die neue Kundenhalle ist von vier Seiten her zugänglich. Wer ab Montag durch einen dieser vier Eingänge ins ZKB-Flaggschiff kommt, wird von einem Bankberater empfangen und an die richtige Stelle gelotst.

Es gibt keine eigentlichen Schalter mehr, sondern nur einen Kundendesk und Quick Desks – ein Zeichen der Zeit, denn vieles läuft heute online ab, wofür man sich vor Kurzem noch an einen Schalter bemühen musste. Für mehr Privatsphäre sorgen die 50 Beratungszimmer.

ZKB «schenkt» Zürchern ein Büro

Zwischen der Haupthalle und der Bahnhofstrasse sind zwei öffentliche Nutzungen untergebracht worden: Auf der einen Seite das «Kafi Züri», geführt von Catering Services Migros. Das Angebot ist auf saisonale Spezialitäten und Zürcher Klassiker ausgerichtet.

Auf der andern Seite gibt es kostenlose Arbeitsplätze im sogenannten «Büro Züri». Das Büro ist ein Raum mit 20 Arbeitsplätzen, für die man sich stundenweise eintragen kann, maximal aber nur einen Arbeitstag. Dieses Angebot sei ein «Geschenk an die Bevölkerung», wie die ZKB schreibt. Die Bank spendiert WLAN und Kaffee, die Nutzer müssen nur ihre eigenen Geräte mitbringen.