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Persönlichkeit
Das weiss Google wirklich über Sie

Sechs Tipps führen jeden Nutzer in die Tiefen seines Google-Profils. Ein Selbsttest zeigt, welche Überraschungen warten – und wie schlecht die Trefferquote der Datenkrake sein kann.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 21.11.2014

Es ist ein Selbsttest mit Bauchkribbeln: Welche Peinlichkeiten hat Google wohl gespeichert, welche blamablen Interessen fördert das eigene Profil zutage?

Kritiker und Datenschützer werden nicht müde, die Allmacht der Datenkrake Google zu betonen, die jede Suche, jede Bewegung, jede aufgerufene Seite speichert und ihre Nutzer bald besser kennt als deren beste Freundin.

Der Tech-Blog «Cloud Fender» hat jetzt übersichtliche sechs Links zusammengestellt, mit denen jeder Nutzer nachvollziehen kann, was Google über ihn weiss (Anleitung: siehe Bildergalerie). Sichtbar werden dabei die Daten, die Google seit der Einrichtung des «Dashboards» protokolliert.  Diese Plattform wurde 2009 erstellt und hält Interessen, Sicherheitsgefahren und Suchanfragen des jeweiligen Nutzers fest.

Jede Suchanfrage gemerkt

Ein Blick in das eigene Profil zeigt: Google merkt sich tatsächlich jede Suchanfrage. Die sichtbare Historie reicht zurück bis August 2009, Einträge können nur einzeln gelöscht werden. Es ist ein bisschen wie Tagebuch lesen. Google weiss zum Beispiel noch, dass ich am 31. Dezember 2013 die Sendetermine vom Kultsketch «Dinner for One» gesucht habe. Was Google allerdings nicht weiss: An diesem Silvester habe ich die Ausstrahlung zum ersten Mal seit 25 Jahren verpasst.

Das detaillierte Suchprotokoll lässt für das Interessenprofil ein genaues Abbild aller – auch der geheimen – Interessen fürchten. Doch weit gefehlt, das Nutzerprofil, nach dem Google Werbung platziert, ist verblüffend ungenau.  Basierend auf den von mir besuchten Webseiten zählt Google mich zum Beispiel zur Altersgruppe 65plus, mal eben knapp über 30 Jahre zuviel. 

Nichts liegt ferner als Tuning-Fahrzeuge, liebes Google

Auch das Ranking meiner Interessen wirft Fragen auf: Bankwesen und Computer auf den ersten Plätzen – das mag noch beruflich bedingt sein. Warum aber «Hunde» in den Top 10 auftauchen, ist mir ein echtes Rätsel. Die Zahl an «Niedlicher Hund tut seltsame Dinge»-Videos, die ich in meinem Leben auf Facebook geschaut habe, lässt sich an einer Hand abzählen. Endgültig aufgeschmissen bin ich, als ich sehe, dass Google «Tuning-Fahrzeuge» zu meinen grössten Interessen zählt. Nichts läge mir ferner.

Am Schluss des Google-Selbsttestes steht also auch eine gewisse Erleichterung: Auch wenn die Datenkrake ihr Bestes gibt – meine beste Freundin kennt mich noch immer besser. 

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