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Das Zuger «Crypto Valley» ist 44 Milliarden Dollar schwer

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Zug ist wegen der dort ansässigen Blockchain-Industrie mittlerweile als «Crypto Valley» bekannt. Quelle: RIOT MEDIA www.riot.ch

Das Zuger «Crypto Valley» wird zum Wirtschaftsfaktor: Die Blockchain-Firmen haben mittlerweile über 3000 Stellen geschaffen.

Von David Torcasso
am 10.10.2018

Das « Crypto Valley» ist inzwischen weltberühmt und zieht Blockchain-Anhänger aus aller Welt an. Es liegt rund um die Stadt Zug und ist in den letzten Jahren zu einem Wirtschaftsfaktor im Steuerparadies geworden.

Die Zahl der Firmen wächst laut einer Studie der Zuger Investmentgesellschaft CV VC und der Beratungsfirma PwC rasant. Bis Ende September dieses Jahres waren auf CV Maps, einem Online-Verzeichnis von Blockchain-Firmen, über 600 Firmen in der Schweiz und Liechtenstein registriert. 

Fünf Einhörner im Valley

Die Top 50 der Zuger Blockchain-Firmen weisen mittlerweile eine Marktbewertung von rund 44 Milliarden Dollar aus. Davon haben sie rund 2,2 Milliarden Dollar bei sogenannten ICOs (Initial Coin Offerings) eingesammelt. Ein Initial Coin Offering ist eine Methode des Crowdfundings für Firmen, deren Geschäftsmodell auf Kryptowährungen basiert. Damit vermeiden Blockchain-Firmen den regulierten Prozess der Mittelbeschaffung. Unter den fünfzig Unternehmen im «Crypto Valley» sind laut Studie auch fünf Einhörner, also Firmen, die auf über eine Milliarde Dollar bewertet werden. 

Greifbarer als die Schätzungen über die Marktbewertung der Firmen von CV Map und PwC sind die Arbeitsplätze, welche die Blockchain-Unternehmen in den letzten Jahren hervorgebracht haben: Mittlerweile arbeiten über 3000 Personen in der Schweiz und Liechtenstein in dieser Branche. Viele der Unternehmen beschäftigen zudem zahlreiche Angestellte im Ausland. Die Top 50 Blockchain-Unternehmen zählen alleine in der Schweiz und Liechtenstein 439 Mitarbeiter. 

Funding in zweistelliger Millionenhöhe sind die Regel

Unter den Top 50 der Schweizer Blockchain-Unternehmen finden sich auch Namen von Unternehmen, die in letzter Zeit mit ihren Geschäftsmodellen für Schlagzeilen gesorgt haben: So etwa das Zwei-Milliarden-Dollar-Startup Dfinity. Es baut in der Schweiz ein Forschungslabor auf. Ziel ist, das Internet zum Computer zu machen. Zu den weiteren Schwergewichten zählt auch der Ableger des chinesischen Bitcoin-Rechner-Herstellers Bitmain. Dazu kommen die beiden Blockchain-Unternehmen Tezos und Bancor, die Millionen bei ihren ICOs eingesammelt haben.

Für das Ranking der Top-50-Blockchain-Unternehmen zählte unter anderem der Umfang der finanziellen Mittel sowie die Anzahl der Vollzeitstellen. Die fünfzig Unternehmen seien vor allem auch aufgelistet, weil sie laut der Studie eine «dicke Kapitaldecke» aufweisen. Ein Funding in zweistelliger Millionenhöhe sei bei diesen Firmen die Regel. Die Auswertung zeigt ebenfalls auf, dass die Blockchain-Industrie zahlreiche Sub-Branchen geschaffen hat. So etwa im Bereich HealthTech, Data Analytics oder E-Governement. 

Zahl der Unternehmen hat sich verdoppelt

Bei der Lancierung der «Blockchain-Karte» im April letzten Jahres waren erst 350 Unternehmen verzeichnet. Nun sind es beinahe doppelt so viele. Ein Grundstein für den Boom der Blockchain-Firmen rund um Zug legte Anfang 2014 die Stiftung Ethereum. Gründer Vitalik Buterin baute von dort die zweit wertvollste Kryptowährung der Welt auf. Heute ist Ethereum in Singapur beheimatet. 

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