Die Migros-Gruppe bringt Feldschlösschen gerade mächtig zum Schäumen. «Lieferunterbruch» prangt da auf Hinweisschildern an Regalen. Zum Beispiel in Denner-Filialen in den Kantonen Schaffhausen und Zürich, wo eigentlich Biere der Aargauer Grossbrauerei stehen sollten.

Doch die Regalanschrift ist nur die halbe Wahrheit, wie Recherchen zeigen. Der Grund für die ersten Lücken, die sich nun auch bei weiteren Migros-Unternehmen wie Migrolino oder VOI auftun werden, ist nicht etwa ein Stillstand der Produktionsanlagen in Rheinfelden AG. Der «Lieferunterbruch» ist gewollt!

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Verantwortlich für den fehlenden Nachschub ist die Migros, deren Preisverhandlungen mit Feldschlösschen offenbar gescheitert sind. In solchen Fällen kommen dann häufig temporäre Auslistungen und Bestellstopps von Markenprodukten zum Zug, mit denen Detailhändler den Druck auf die Lieferanten erhöhen wollen.

Denner

Über den Lieferstopp informiert Denner auch seine Kundschaft.

Quelle: Leserreporter

Eine Feldschlösschen-Sprecherin bestätigt: «In den Läden der Migros-Gruppe sind unsere Produkte vorübergehend nicht verfügbar.» Das sei natürlich bedauerlich für die Konsumentinnen und Konsumenten.

Diverse Feldschlösschen-Produkte auf dem Migros-Index

Das Ausmass ist gewaltig, nicht nur was die zahlreichen Läden der Migros-Gruppe im ganzen Land anbelangt, die Alkoholika verkaufen dürfen. Wenn auch noch die Lagerbestände in den jeweiligen Filialen abverkauft sind, fehlen dann auch Biere von Super Bock, Uszit, 1291, Hürlimann, Valaisanne bis zu Somersby, Eve und Bilz. Sie alle gehören zum Feldschlösschen-Imperium.

Wie reagiert die Grossbrauerei auf den Bestellstopp durch die Migros-Gruppe?

Die Produktion richte sich grundsätzlich nach der Nachfrage beziehungsweise den Bestellvolumen, so die Sprecherin. Wird weniger benötigt, heisst das: «Das Produktionsvolumen wird für den betroffenen Absatzkanal angepasst.» Mit Absatzkanal meint Feldschlösschen die Läden der Migros-Gruppe – ausgenommen die Supermärkte mit dem orangen M, die seit jeher keinen Alkohol verkaufen.

Migros-Tochter Denner will «faire Preise»

Ob Feldschlösschen die Preise erhöht hat oder Denner nicht mehr die bisherigen Einkaufspreise zahlen wollte, ist den beiden Unternehmen nicht zu entlocken. «Wir setzen uns für tiefere Preise ein», lässt der Discounter seine Kundschaft am Regal wissen. Ein Sprecher: «Wir bedauern, dass die Verhandlungen zu Lieferengpässen führen.»

Sowohl die Migros-Tochter als auch die Grossbrauerei betonen, «gemeinsam an einer tragfähigen Lösung zu arbeiten». Der Denner-Sprecher: «Wir sind zuversichtlich, in Bälde wieder die gewohnte Auswahl zu fairen Preisen anbieten zu können.»

Allzu gross dürfte der Zeitdruck für die Migros und ihre Unternehmen wie Denner nicht sein, denn im sogenannten «Dry January» steht bei vielen eingeschränkter Alkoholkonsum auf der Vorsatzliste. Das Grillwetter samt Fussball-Weltmeisterschaft ist zudem noch in weiter Ferne.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Blick.